Deutsche Regierung fördert Legehennen-Fabriken in der Ukraine
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
In der Europäischen Union wurde die Haltung von Legehennen in nicht ausgestalteten Käfigen mittlerweile verboten, die EU-Kommission hat Vertragsverletzungsverfahren gegen mehre Mitgliedstaaten eingeleitet, die diese Richtlinie bisher noch nicht umgesetzt haben.Deutsche TierschützerInnen kritisieren deshalb die Entscheidung der deutschen Bundesregierung, die mit Exportkrediten den Bau von zwei riesigen Legehennenfabriken in der Ukraine fördert. Die Tierfabriken des ukrainischen Konzerns Avangardco IPL sollen jeweils 5 und 3 Millionen Legehennen fassen.
Die Existenz der Bürgschaften wurde von der Neuen Osnabrücker Zeitung bestätigt. Laut Angaben der Zeitung sind die deutschen Geflügelzüchter erzürnt, schon lange würden sie von der Regierung fordern, dass keine Lebensmittel ins Land importiert werden dürfen, die nicht den deutschen Standards und Gesetzen entsprechen.
Der Agrarexperte der deutschen Grünen, Friedrich Ostendorff, wirft der Bundesregierung „verlogene Politik“ vor, schreibt die Neue Osnabrücker Zeitung. „Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung mit Hermesbürgschaften den Bau riesiger Tierfabriken in der Ukraine fördert, die wir bei uns niemals dulden würden“, sagt Ostendorff. „Ich möchte den Politiker von CDU/CSU und FDP sehen, der eine solche Tierfabrik in seinem Wahlkreis unterstützen würde.“
Informationen zur Legehennen-Richtlinie
Neue Osnabrücker Zeitung: Bundesregierung: Bürgschaft für Legehennenfabrik in der Ukraine