Deutsche Welle: Brummis wie an der Schnur gezogen
Verkehr & Luft & Industrie
Autobahnen mit Oberleitungen zur Stromversorgung von LKWs – das könnte zumindest in Deutschland bald Realität sein.Das Bekenntnis der deutschen Regierung zur Energiewende und die Abkehr vom Atomstrom erfordert neue, innovative Konzepte zur Energieversorgung. Ein Sorgenkind ist dabei der Güterverkehr. Laut Berichterstattung der Deutschen Welle stiegen die CO2-Emissionen im Güterverkehr in Deutschland zwischen 1990 und 2010 um etwa 25 Prozent an. LKWs, Züge und Schiffe emittierten im Jahr 2010 fast 70 Millionen Tonnen CO2. Höchste Zeit zum Umdenken also, meint der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), das Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung. Der SRU hat jetzt die „altmodischen“ Oberleitungen, die viele noch vom innerstädtischen Busverkehr kennen, neu entdeckt – und zwar für LKWs, berichtet die Deutsche Welle.
Lastkraftwagen sollen ihre Energie auf den Autobahnen durch Strom gewinnen, den sie aus Oberleitungen beziehen. Die Kosten für den Bau dieser Oberleitungen sind nicht einmal besonders hoch, laut Schätzungen des SRU würden sie rund 11,5 Milliarden Euro betragen, verteilt auf 12 Jahre. Ein Teil der Kosten könnte durch Mautgebühren finanziert werden.
Im ersten Moment hört sich die Idee fast utopisch an, aber an der Entwicklung dieser „Brummis, die an der Schnur gezogen werden“, wird eifrig gearbeitet, berichtet die Deutsche Welle. Die Firma Siemens testet bereits elektrisch betriebene LKWs, die ihren Strom aus Oberleitungen beziehen, auf einer Teststrecke nördlich von Berlin.
Die Empfehlung des SRU für das sogenannte Trolley-Truck-Konzept stammt aus dem aktuellen Umweltgutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen, „Verantwortung in einer begrenzten Welt“. Das Gutachten steht als Download zur Verfügung.
Deutsche Welle: Brummis wie an der Schnur gezogen
SRU: Verantwortung in einer begrenzten Welt