Deutsche Welle: Fukushima – Erhöhtes Krebsrisiko in ganz Japan

Energie

Als „Verharmlosungstendenz“ bezeichnet die WHO Aussagen, dass in Japan nach der Atom-Katastrophe von Fukushima nur ein „leicht erhöhtes“ Krebsrisiko bestünde, berichtet die „Deutsche Welle“. Allein durch die äußere Strahlenbelastung wird es „40.000 bis 80.000 zusätzliche Krebsfälle geben", erklärte Henrik Paulitz von der Mediziner-Organisation "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges" (IPPNW) in Berlin dem deutschen Auslandsrundfunk. Zusätzlich werden weitere 37.000 Krebsfälle durch strahlenbelastete Lebensmittel erwartet.

Auch die Auswirkungen auf Ungeborene, Babys und Kleinkinder seien bislang dramatisch unterschätzt worden, kritisierten die Ärzte im Gespräch mit der „Deutschen Welle“. "Neun Monate nach der Fukushima-Katastrophe gab es einen signifikanten Einbruch der Geburtenzahlen in Japan", berichtete Kinderarzt Winfried Eisenberg. Im gesamten Land "fehlten" demnach 4.362 Babys, die statistisch zu erwarten gewesen wären. "Wir gehen davon aus, dass viele Embryonen strahlenbedingt gestorben sind."

Erst gestern, Dienstag, musste der Eigentümer des Kraftwerks, Tepco, melden, dass wegen eins Stromausfalls das Kühlsystem für die Becken mit den abgebrannten Brennstäben in drei Reaktoren für längere Zeit ausfiel.

Deutsche Welle: Erhöhtes Krebsrisiko in ganz Japan