Deutscher Energiekonzern EnBW: 100 Millionen Euro für russische „Klimapflege“
Klima & Energie
Rund 100 Millionen Euro soll der baden-württembergische Atomkonzern EnBW dem russischen Energielobbyisten Andrey Bykov gegeben haben, damit dieser durch die Etablierung einer Wohltätigkeitsstiftung im Namen des „Heiligen Nikolaus“ gute Stimmung für den Konzern in Russland schafft.Andrey Bykov beschreibt in einem Interview mit dem deutschen Handelsblatt diesen Deal selbst im Detail. Mit 100 Millionen Euro hätte er innerhalb von zehn Jahren rund 700 Projekte in Russland und in angrenzenden Ländern finanziert, das Geld sei unter anderem für Kirchen, Denkmäler, Schachschulen, Konzerte, Wallfahrten, Schulen und Bücher ausgegeben worden. Laut eigenen Angaben hätte er den gleichen Betrag zusätzlich noch einmal als Honorar erhalten.
Laut Bykov sei der Heilige Nikolaus in Russland sehr beliebt: „Und jeder, der sich für ihn einsetzt, kann im Gegenzug mit großem Wohlwollen der Behörden und höchsten Spitzen von Politik, Industrie und Militär rechnen. Das nennt man Klimapflege.“ Laut Bykov hätte „EnBW diese Pflege nötiger“ gehabt als andere Konzerne, da „der Konzern in Russland vor zehn Jahren ein ungeheuer schlechtes Image hatte. EnBW galt als unzuverlässig und nicht vertrauenswürdig.“
Handelsblatt: „EnBW wird sich bis auf die Knochen blamieren“