Deutscher Naturschutzring: Europas Wälder im Dauerstress

Der Klimawandel ist da und erhöht die Waldbrandgefahr überall in Europa, wo es sogar ein Waldbrandinformationssystem (EFFIS) gibt. Deshalb hat die EU für diesen Sommer durch das rescEU-Programm eine Flotte von Löschflugzeugen aufgebaut, die aus 28 Flugzeugen und vier Hubschraubern besteht, die in zehn Mitgliedstaaten stationiert sind. 556 Feuerwehrleute aus zwölf Ländern werden zudem an strategisch wichtigen Standorten in Europa wie Frankreich, Griechenland, Portugal und Spanien stationiert. Sie sollen lokale Feuerwehren unterstützen. Die EU will proaktiv und solidarisch vorbereitet sein, um Waldbrände zu bekämpfen und „deren verheerende Auswirkungen auf Leben, Häuser und Umwelt ab[zu]mildern“. Darüber hinaus hat die EU-Kommission Mittel in Höhe von insgesamt 600 Millionen Euro bereitgestellt, um die Finanzierung von zwölf neuen Löschflugzeugen zu unterstützen, die auf sechs EU-Mitgliedstaaten verteilt werden. Weiters würden mehrere Hubschrauber künftig von der EU finanziert, um die EU-Flotte zur Brandbekämpfung aus der Luft zu stärken. Lapidar ließe sich anmerken, dass die Einhaltung und Verbesserung der EU-Klima- und Naturschutzziele auch eine Möglichkeit wären, den Auswirkungen des Klimawandels proaktiv und solidarisch vorzubeugen.

Die Organisation Forest Defenders kritisiert, dass die EU-Mitgliedstaaten die negativen Auswirkungen von Biomassenutzung und die schwindende Senkenleistung der Wälder in ihren nationalen Energie- und Klimaplänen (NECP) auf das Klima leugnen. Eine Analyse des Think Tanks PFPI zeige, dass die Entwürfe der NECPs grundlegende Informationen über Bioenergie und ihre Auswirkungen auf die Kohlenstoffsenke in Wäldern und an Land nicht liefern. Die NECPs müssen bis Juni finalisiert werden. Inzwischen habe sogar die EU-Kommission anerkannt, dass der übermäßige Holzeinschlag die Kohlenstoffsenke der Wälder in der EU verschlechtert, und dass die Mitgliedstaaten ihre Ziele für Kohlenstoffsenken im Jahr 2030 wahrscheinlich nicht erreichen werden. „Da mehr als die Hälfte des in den Wäldern der EU geschlagenen Holzes zur Energiegewinnung verbrannt wird, liegt es auf der Hand, dass der schnellste Weg zur Verringerung des Holzeinschlags und zur Erholung der Senke darin bestünde, die Holzverbrennung nicht länger als ‚erneuerbare Energie‘ zu fördern und keine Milliarden für Subventionen für Bioenergie auszugeben“, schlussfolgert die Waldschutzorganisation. Dafür müssten die Mitgliedstaaten aber „zugeben, dass sie ein Problem haben“. Bisher gebe es allerdings kaum Anzeichen dafür.

Europas Wälder im Dauerstress