Deutsches Atom-Zwischenlager Brunsbüttel ohne Genehmigung
Energie
Brunsbüttel, das deutsche Zwischenlager für stark radioaktive Brennstäbe, verliert endgültig seine Betriebsgenehmigung, schreibt die Internetplattform „Klimaretter“. Das deutsche Bundesverwaltungsgericht hätte nach elfjährigem Rechtsstreit gegen die Betriebsgenehmigung entschieden. „Die Leipziger Richter erklärten damit eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig-Holstein vom Juli 2013 für rechtskräftig. Das Bundesamt für Strahlenschutz habe die Risiken möglicher Terroranschläge auf das Zwischenlager fehlerhaft ermittelt und bewertet, begründete das Bundesverwaltungsgericht sein Urteil.“Das Landesumweltministerium in Kiel hat jetzt laut „Klimaretter“ eine vorübergehende Duldung der Atommüll-Lagerung angeordnet. Der Brunsbüttel-Betreiber Vattenfall darf die Brennstäbe bis Anfang 2018 weiter in dem stillgelegten Atomkraftwerk lagern. Derzeit befinden sich nach Behördenangaben noch neun Castor-Behälter mit abgebrannten Brennstäben in dem Zwischenlager, so „Klimaretter“. „Das Atomkraftwerk Brunsbüttel 75 Kilometer nordwestlich von Hamburg wurde zu Beginn der 1970er Jahre gebaut und gehört seit 2002 Vattenfall. Seit Juli 2007 ist Brunsbüttel heruntergefahren, Ende Mai 2011 beschlossen die Umweltminister der Länder und des Bundes die dauerhafte Stilllegung.“
„Den Stein ins Rollen gebracht hatte im Februar 2004 ein Ehepaar, das nur sechs Kilometer vom AKW Brunsbüttel entfernt wohnt“, berichtet „Kimaretter“. Sie argumentierten, dass das Zwischenlager für die Anwohner eine Gefahr und gegen Angriffe von außen nicht ausreichend geschützt sei. Der Klägeranwalt des Ehepaares fordert jetzt "Konsequenzen für den gesamten Bereich des Atomrechts".
Mit dem Leipziger Urteil sei "das ganze Entsorgungskonzept für die deutschen AKW in sich zusammengebrochen", sagt der Sprecher der Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“, Jochen Stay. Als Konsequenz müsse der Betrieb der neun noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland "endlich eingestellt werden, damit nicht noch weiterer Atommüll produziert wird, von dem niemand weiß, wohin damit".