Deutsches Geflügel bekommt wieder Gentechnik-Futter
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Große Hühner- und Truthahnfleischproduzenten aus Deutschland wollen ab sofort wieder gentechnisch veränderte Pflanzen an ihre Tiere verfüttern, schreibt der „Informationsdienst Gentechnik“. Grund sei laut Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) die unsichere Versorgungslage bei gentech-freiem Soja aus Brasilien. Branchenkenner halten das für „nicht nachvollziehbar“.Der ZDG vertritt Unternehmen wie die PHW-Gruppe (Wiesenhof) und Rothkötter. Laut ZDG sei das Angebot an nicht-modifziertem Soja, das hauptsächlich aus Brasilien stammt, geringer, weil mehr Gentech-Sorten angebaut würden. Außerdem käme es häufiger zur Verunreinigung von gentechnikfreier Ware während der Lieferung.
Den Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) überzeugt das nicht, berichtet der „Informationsdienst Gentechnik“. Dessen 190 Mitglieder, darunter auch Geflügelproduzenten, produzieren weiter mit gentechnikfreier Soja. Statt weniger erzeugten brasilianische Landwirte dieses Jahr sogar mehr Soja ohne Gentechnik.
VLOG-Sprecher Alexander Hissting sagt weiters, „Große Supermarktketten wie Rewe und Edeka haben sich das Ziel gesetzt für Ihre Eigenmarken in Zukunft ganz auf gentechnisch verändertes Soja zu verzichten. Eine größere Akzeptanz für gentechnikfrei produziertes Geflügelfleisch kann es am Markt nicht geben.“
Informationsdienst Gentechnik: Deutsches Geflügel bekommt wieder Gentechnik-Futter
ZDG Pressemitteilung
Informationsdienst Gentechnik: REWE stellt auf gentechnikfreie Futtermittel um
VLOG Pressemitteilung