Deutsches Umweltinstitut: Freisetzung von Genrüben geplant

Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP)

Die KWS Saat AG beantragte beim deutschen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Freisetzung von genmanipulierten Rüben zu Versuchszwecken für sieben Jahre in Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt.

In einem Freisetzungvorhaben sollen Nachkommen der bereits gentechnisch veränderten Zuckerrübenlinie H7-1 angebaut werden. Laut Antrag der KWS Saat AG beim deutschen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit will die Firma im Versuchszeitraum von März 2012 bis Oktober 2018 „Untersuchungen zu agronomischen und phänotypischen Eigenschaften der gentechnisch veränderten Zuckerrübe“ durchführen sowie „Daten zu Inhaltsstoffen, Ertragsleistung und Verarbeitungsqualität“ erheben.

Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen kritisieren den Antrag für die Freisetzung der Genrübe. „Nach dem jüngst gefällten Urteil des Europäischen Gerichtshofes ist klar, Koexistenz zwischen genmanipulierten Pflanzen und gentechnikfreien ist praktisch unmöglich zu organisieren“, kommentiert Anja Sobczak, Referentin für Gentechnik beim Umweltinstitut München den Antrag.

Das Umweltinstitut hält „für besonders verwerflich“, dass der Versuch „offensichtlich nicht der Wissenschaft, sondern der Durchsetzung einer kommerziellen Anwendung dienen soll.“

In Deutschland werden Freisetzungsversuche mit dieser Zuckerrübe bereits seit 1999 durchgeführt.

Deutsches Umweltinstitut: Freisetzung von Roundup-Ready-Genrüben geplant
Antrag der KWS Saat AG für den Versuchsanbau