Deutschland: WWF legt Plan für Kohleausstieg vor
26. Jän 17
Trotz Energiewende stammt noch immer fast die Hälfte des in Deutschland produzierten Stroms aus Kohle. Die insgesamt 106 deutschen Großkraftwerke verursachen mit der Verbrennung von Braun- und Steinkohle etwa 80 % der Emissionen aus dem Stromsektor, dieser wiederum ist für 37 % der gesamten Emissionen des Landes verantwortlich. Angesichts der Pariser Klimaziele und der schon bestehenden internationalen Vorbildwirkung Deutschlands muss ein Ausstieg aus der schmutzigsten Art der Stromerzeugung so schnell wie möglich passieren. Der WWF hat nun eine neue Studie veröffentlicht, die ein klares Ziel vorgibt: Bis 2035 sollen alle deutschen Kohlekraftwerke vom Netz gehen.
Der Berechnung von WWF liegt ein CO2-Budget ohne Einbeziehung historischer Emissionen zugrunde: Das 2-Grad-Ziel vorausgesetzt verbleibt demnach noch ein globales Budget von 890 Gigatonnen CO2. Heruntergebrochen auf Deutschland ergibt sich ein Budget von 10 Gigatonnen gesamt, davon 4 Gigatonnen für den Stromsektor.
Um den vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2035 zu erreichen, identifiziert der WWF acht strategische Elemente. Unter anderem soll der Ausbau Erneuerbarer Energien stark vorangetrieben werden, ab 2019 sollen erste mehr als 30 Jahre alte Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Für Braunkohlereviere schlägt die Studie eine frühere Beendigung des Abbaus vor, Tagebauerweiterungen sollen weitgehend gestoppt werden. Außerdem wird speziell auf die Wichtigkeit der Nachsorge für die betroffenen Regionen hingewiesen, die vielfach wirtschaftlich von der Kohleförderung abhängig sind. Bei der Finanzierung von Rückbau Renaturierung von Tagebauflächen nimmt der WWF die VerursacherInnen in die Pflicht.