Die Arktis ist jetzt vier Grad wärmer – kein „ewiges“ Eis mehr

Klima & Energie

Die Durchschnittstemperatur des Meerwassers im arktischen Sommer ist um drei bis vier Grad Celsius angestiegen, berichtet die Internetplattform „Klimaretter“. Die Zahlen basieren auf gemeinsamen Messungen von russischen und deutschen ForscherInnen in der sibirischen Arktis rund um die Laptewsee.

Der Sommer an der sibirischen Küste ist um drei bis vier Wochen länger geworden, weil der Frühling früher und der Beginn der Meereisbildung im Herbst später einsetzt. Das mehrjährige Eis, das über mehrere Sommer erhalten bleibt und fundamental für den polaren Lebensraum ist, ist laut den Messergebnissen aus der sibirischen Arktis gänzlich verschwunden, berichtet „Klimaretter“.

„Die Laptewsee gehört zu den verhältnismäßig flachen sibirischen Schelfmeeren, die einen erheblichen Einfluss auf das Klimageschehen und die Ökologie der gesamten Arktis haben“, schreibt das „GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel“ in einer Pressemitteilung. GEOMAR war an den Forschungen in der Laptewesee maßgeblich beteiligt.

„Eine besondere Rolle spielt die Laptewsee-Polynja, ein System freier Wasserflächen zwischen dem festen Küsteneis und dem freien Treibeis des arktischen Ozeans. Diese freien Wasserflächen, die auch im Winter nicht komplett zufrieren, sind die größte Eisfabrik des Nordpolarmeeres. Damit sind sie von großer Bedeutung für die Ozeanzirkulation und auch als lebenserhaltende Futterquelle für die Tierwelt. Außerdem sind sie ökonomisch wichtig für die Schifffahrt entlang der Nordostpassage und damit für den potentiellen Zugang zu Ressourcen.“

Für die Wissenschafterin Dr. Heidemarie Kassens waren die Ergebnisse keine große Überraschung. Die Arktisforscherin gehört zu den Koordinatoren des deutsch-russischen Projektes „Laptewsee“, das in den vergangenen fünf Jahren die Entwicklung in den ostsibirischen Schelfmeeren genau untersucht hat. Dabei hat sie selbst etliche Expeditionen in die Region geleitet. „Der Wandel war von Jahr zu Jahr deutlicher“, sagt Kassens in einer Pressemitteilung von GEOMAR.

Messkampagne Laptewsee
Klimaretter: Die Arktis ist jetzt vier Grad wärmer