Die unendliche Suche nach dem Endlager: Atommüll in Deutschland

Klima & Energie

Nachdem die deutsche Regierung beschlossen hat, die AKW-Laufzeiten zu verlängern, ist nun der Streit um ein geeignetes Endlager für geschätzte 21.600 Tonnen Atommüll neu entbrannt.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) favorisiert derzeit den Standort Gorleben in Niedersachsen und kündigte mit 1.Oktober 2010 eine Überprüfung des Salzstocks als potentielles Endlager für Atommüll an. Gorleben wird damit zum zweiten Mal als deutsches Endlager ins Spiel gebracht, bereits im Jahr 1977 wurden erste Erkundungen eingeleitet. SPD und Grüne haben den Standort jedoch 2000 als ungeeignet zurückgewiesen und kritisieren die Entscheidung des Ministers dementsprechend. Der Vorwurf der Opposition lautet, dass Gorleben nicht auf wissenschaftlicher Basis, sondern aufgrund politischen Drucks favorisiert wird. Vor allem die Atomindustrie drängt mit aller Macht auf den Bau eines Endlagers in Gorleben, hat sie dort doch bereits 1,3 Milliarden Euro investiert. Die Suche nach einem Endlager spaltet die politische Landschaft in Deutschland seit Jahren. Unterstützung erhalten SPD und Grüne von einigen ExpertInnen, die einen Salzstock für nicht dicht genug erachten.

Wie schwierig die Suche nach einem geeigneten Endlager ist, lässt sich daran erkennen dass es bis heute auf der ganzen Welt kein Endlager gibt. Im Moment werden die abgebrannten Brennstäbe in oberirdischen Zwischenlagern an AKW-Standorten oder zentralen Zwischenlagern geparkt.
Insgesamt werden laut Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutzes allein in Deutschland bis 2040 21.600 Tonnen radioaktiver Abfall anfallen. Greenpeace rechnet mit größeren Mengen.

Weitere Informationen
Artikel Financial Times Deutschland