Die Welt: Die große Lüge von der Wärmedämmung
Energie
Der Europäische Rechnungshof (EuRH) veröffentlichte Mitte Jänner einen Sonderbericht über die Kofinanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen in den Mitgliedstaaten. Er stellte dabei fest, dass die geplante Amortisationsdauer der Investitionen durchschnittlich 50 Jahre betrug, in manchen Fällen bis zu 150 Jahre. Die Mittel seien nicht sinnvoll eingesetzt worden, da die Lebensdauer der sanierten Komponenten oder Gebäude kürzer sei, resümierte der EuRH.Zu dem gleichen Schluss kommt jetzt eine Studie des deutschen Forschungsinstituts Prognos für die staatliche Förderbank KfW über die Kosten und Nutzen der energetischen Sanierungen, berichtet „Die Welt“ in ihrem Artikel „Die große Lüge von der Wärmedämmung“. Die Sanierungen würden mehr Geld kosten, als durch sie eingespart würde. Die Investitionen ließen sich "nicht allein aus den eingesparten Energiekosten finanzieren", schreibt die KfW.
Das Papier ist brisant, resümiert „Die Welt“, da sich alle politischen Parteien in Deutschland die Senkung der Heizungskosten zum Ziel gesetzt haben. “Doch ob sich die gewaltigen Kosten rechnen, wurde von keiner Regierung untersucht – bislang. Die Prognos-Studie ist jetzt das erste Rechenwerk. Und sein Ergebnis ist für die Politik katastrophal.“
Das Ergebnis der Studie bestätigt Kritiker wie den Architekten Konrad Fischer aus Hochstadt am Main, schreibt „Die Welt“. „Sie warnen seit Jahren, die Dämmung von Fassaden führe nicht zu der von Bauwirtschaft und Regierung versprochenen Senkung der Heizenergiekosten. „Ich kenne kein Wärmedämmsystem, dessen Kosten sich durch eine Energieersparnis in einem überschaubaren Zeitraum amortisieren würde", sagt Fischer.
Die Welt: Die große Lüge von der Wärmedämmung
Studie: Ermittlung der Wachstumswirkungen der KfW-Programme zum Energieeffizienten Bauen und Sanieren
EU-Rechnungshof: Energieeffizienz in der EU: Investitionsziele verfehlt