Diskussion über Umweltrisiken von Tiermedikamenten

Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP), Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

In Brüssel erörterten am 3. März 2015 ExpertInnen neue Ansätze für eine effektive Umweltrisikobewertung von Tierarzneimitteln. Die Initiatoren der Veranstaltung sind das deutsche Umweltbundesamt (UBA) und die finnische Behörde für Sicherheit und Chemikalien TUKES.

Derzeit wird das europäische Tierarzneimittelgesetz überarbeitet. Das sogenannte EU-Tierarzneimittelpaket besteht aus drei Verordnungsvorschlägen der EU-Kommission. Das Europäische Parlament wird sich im Lauf dieses Jahres mit den Vorschlägen auseinandersetzen.
Der Schattenberichterstatter im Umweltausschuss des EU-Parlaments Martin Häusling kündigte an, er werde besonderes Augenmerk darauf legen, wie der Einsatz von Antibiotika geregelt wird. Denn, so Häusling, momentan würden Antibiotika in der Human- und in der Tiermedizin viel zu oft und falsch eingesetzt - mit verheerenden Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie auf die Umwelt. 



Auch das Pestizid Aktions-Netzwerk PAN Germany sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf an den derzeitigen Verordnungsentwürfen. "Tierarzneimittel sind ein ungelöstes Umweltproblem mit Langzeitfolgen", mahnte Susan Haffmans von PAN Germany. Es gäbe bereits praktikable Vorschläge, wie sich ein besserer Schutz der Umwelt vor Tierarzneimittelbelastungen realisieren ließe. Dazu gehören etwa Vorgaben für die Tierhaltung, damit Tiere so gehalten werden, dass sie gesund aufwachsen können, oder Verschärfungen der Tierarzneimittelzulassung. Zudem sei eine Umweltprüfung von Altarzneimitteln nötig, ein verpflichtendes Umweltmonitoring für zugelassene Arzneimittel und eine klare Vorgabe zur Offenlegung der Anwendungsdaten für alle Tierarzneimittel, so Haffmans weiter. [Quelle, DNR]

Quelle: Website DNR
TUKES

UBA
PAN Germany zu Tierarzneimitteln in der Umwelt
Häusling zu EU-Tierarzneimittelpaket