DNR: 189 Organisationen fordern Ende der fossilen Abhängigkeit
In einem gemeinsamen Brief wenden sich Umwelt- und Sozialorganisationen, zivilgesellschaftliche Netzwerke, Städte, Verbraucherschutzorganisationen sowie Unternehmen und Branchenverbände an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie soll anlässlich ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union (SOTEU 2026) die Erarbeitung eines unabhängigen Berichts ankündigen, der Wege aus Europas Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aufzeigt.
Nach Ansicht der Unterzeichner verursacht diese Abhängigkeit hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten. Die jüngste Energiekrise habe die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen um mehr als 50 Milliarden Euro erhöht. Gleichzeitig verschärfe die Nutzung fossiler Energieträger die Klimakrise: Hitzewellen, Waldbrände und Dürren hätten Europa auch im Sommer 2026 stark getroffen. Die Abhängigkeit von importierten fossilen Energien setze Europa zudem weiterhin Preisschwankungen und geopolitischen Risiken aus.
Der geforderte Bericht soll unter unabhängiger Leitung und unter Beteiligung von Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Sozialpartnern und Wirtschaft entstehen. Im Mittelpunkt sollen fünf Bereiche stehen: die wirtschaftlichen und finanziellen Kosten der fossilen Abhängigkeit, ein möglichst rascher und wettbewerbsfähiger Ausstieg, die konsequente Ausrichtung öffentlicher und privater Investitionen auf diesen Wandel, eine sozial gerechte Transformation sowie ein stärkerer Beitrag intakter Ökosysteme zum Klimaschutz.
Die Organisationen sehen die SOTEU-Rede als Gelegenheit für eine strategische Weichenstellung hin zu einem Energiesystem, das stärker auf heimischer erneuerbarer Energie basiert und zugleich leistbar und sicher ist. Zu den Unterzeichner gehören unter anderem das Europäische Umweltbüro (EEB), CAN Europe, BirdLife, Transport & Environment, Greenpeace EU, Naturfreunde Internationale und ClientEarth sowie mehrere Wirtschafts- und Branchenverbände. (Quelle: Deutscher Naturschutzring DNR)