ECHA beklagt unvollständige Chemikaliendossiers

Chemie & Nanotechnologie

Von 146 überprüften Dokumenten über chemische Substanzen im Jahr 2011 hat die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) 134 beanstandet. Die von der Industrie eingereichten Dossiers hätten den Erfordernissen nicht entsprochen oder seien von unzureichender Qualität gewesen.

Das geht aus dem neuen Evaluierungsbericht über die Fortschritte der Umsetzung der EU-Chemikalienverordnung REACH hervor. Darin werden die Aktivitäten im Jahr 2011 bewertet. Insgesamt 187 Dossiers liefen über den Tisch der ECHA, 22 davon wurden endgültig verabschiedet. In 58 Fällen wurde die Prüfung abgeschlossen, weil die Dossiers entweder unzulässig waren oder von den Registranten zurückgezogen wurden.

Bei den erwähnten 134 Fällen wurden von den Registranten weitere Informationen angefordert. Die ECHA bittet die Unternehmen, welche die nächste Einreichungsfrist am 31. Mai 2013 beachten müssen, den Evaluationsbericht zu beherzigen, damit nicht so viele Beanstandungen fällig werden. Die Hauptmängel waren eine unzureichende Identifizierung der Stoffe beziehungsweise deren Zusammensetzung, nicht ausreichende Vorschläge bei Testmethoden und Gefahrenabschätzung sowie die Stoffsicherheitsberichte.

Die REACH-Verordnung schreibt vor, dass sogenannte technische Dossiers vorzulegen sind. Darin sollen Daten über die Stoffe und Informationen über das Risikomanagement enthalten sein. Dazu gehören auch Angaben über Identität des Herstellers oder Importeurs, die Identifizierung des Stoffes, die Einstufung und Kennzeichnung sowie Leitlinien für die sichere Verwendung. Auch Zusammenfassungen von wissenschaftlichen Studien sind Bestandteil. [DNR]

DNR: ECHA beklagt unvollständige Chemikaliendossiers
ECHA-Beanstandung Pressemitteilung (en)