EEB fordert Methan-Einsparungen

Extreme Temperaturen haben schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen, doch die Folgen des photochemischen Smogs, der durch bodennahes Ozon entsteht, sind nach wie vor kaum bekannt. Im Jahr 2022 führte die Belastung durch Ozon, die größtenteils auf Methan aus der industriellen Landwirtschaft zurückzuführen war, zu schätzungsweise 70.000 vorzeitigen Todesfällen und Ernteausfällen in Höhe von 2 Milliarden Euro in der gesamten EU. 

Während Wissenschaftler:innen vor einem „Super-El-Niño“ in diesem Sommer warnen – einem Naturphänomen, das alle paar Jahre auftritt und die globalen Temperaturen in die Höhe treibt –, überschreiten die Ozonwerte bereits die EU-Luftqualitätsnormen (alles über 120 mg/m³) und gefährden Menschenleben. Hitzewellen verschärfen das Problem und führen dazu, dass die Schwelle für die Alarmstufe (über 240 mg/m³) überschritten wird. Die aktuellen Gesundheitsschutzmaßnahmen legen einen maximalen Tagesmittelwert über acht Stunden von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) fest, der nicht öfter als 18 Mal pro Kalenderjahr überschritten werden darf. Im Jahr 2024 überschritten 77,4 % der EU-Messstationen diesen Grenzwert. Dieser Wert stieg im Jahr 2025 auf 85,4 % an, wobei die italienische Region Lombardei zu den am stärksten betroffenen Regionen gehörte. 

Ozon entsteht, wenn Schadstoffe wie Methan unter Einwirkung von Sonnenlicht mit Stickoxiden reagieren. Zwar ist die genaue Zusammensetzung der verantwortlichen Schadstoffe komplex, doch identifiziert ein Bericht Methan als Ursache für 35–37 % des schädlichen bodennahen Ozons. Im Gegensatz zu anderen Schadstoffen fehlen der EU verbindliche Ziele zur Reduzierung von Methan aus der Landwirtschaft (die für 57 % der Emissionen verantwortlich ist), was sowohl die Klimaziele als auch die Bemühungen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung untergräbt.  

Die Zivilgesellschaft fordert Maßnahmen 

Methan ist derzeit von der Richtlinie über nationale Emissionsminderungsverpflichtungen (NEC) und dem Göteborg-Protokoll (das die NEC-Richtlinie auf UNECE-Ebene widerspiegelt) ausgenommen, wodurch eine wichtige Gelegenheit verpasst wird, die Rolle von Methan bei der Ozonbildung anzuerkennen und Bemühungen zur Emissionsminderung zu unterstützen. Angesichts der laufenden Verhandlungen hat die EU die Chance, die öffentliche Gesundheit zu schützen und die Klimakrise zu bekämpfen, indem sie Ziele zur Reduzierung der Methanemissionen festlegt. Um eine Verringerung der Methanemissionen in der Landwirtschaft zu unterstützen, fordert die Zivilgesellschaft die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich auf, die öffentliche Gesundheit zu schützen, indem sie Ziele festlegen und Landwirt:innen bei ihren Bemühungen um eine Umstellung auf agroökologische Praktiken unterstützen, wobei der Schwerpunkt auf folgenden Punkten liegen sollte: Verringerung der Anzahl und Besatzdichte von Nutztieren; Verbesserung der Gülle- und Futtermittelbewirtschaftung; sowie eine bessere Bewässerungssteuerung in Reisfeldern. 

Heatwaves fuel dangerous smog across Europe as civil society calls for methane cuts