EEB: Gefahrenprüfung von Chemikalien-Cocktails „enttäuschend“

Chemie & Nanotechnologie

„Tagtäglich sind wir Mischungen aus Chemikalien ausgesetzt, die ganz anders wirken können als ihre eigenen Bestandteile.“ Aus diesem Grund will die EU-Kommission ab jetzt diese Chemikalien-Cocktails separat auf ihre Gefährlichkeit prüfen.

Da es eine Vielzahl an Mischungen gibt, will die Kommission in einem ersten Schritt die Mischungen festlegen, die vorrangig zu bewerten sind. Das Konzept sieht außerdem vor, dass für diese prioritären Mischungen eine kohärente Gefahrenbewertung in den verschiedenen EU-Rechtsvorschriften gewährleistet wird. Weiters sollen Lücken bei den zur Bewertung dieser Mischungen erforderlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen geschlossen werden.

Das Konzept der EU-Kommission wird von Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen scharf kritisiert. Die NGOs fordern umfassendere und strengere Maßnahmen sowie Gesetzesänderungen, um die EU-BürgerInnen vor den Gefahren durch Chemikalien-Cocktails besser zu schützen.

„Diese Mitteilung (der Kommission über die geplante Vorgangsweise) ist eine schwere Enttäuschung. Es fehlt jegliches Gefühl für die Dringlichkeit der Situation. Die Kommission räumt ein, dass eine angemessene Gefahrenprüfung von Chemikalien-Cocktails im Rahmen der derzeitigen Gesetzeslage gar nicht möglich ist, aber sie schlägt trotzdem keine Gesetzesänderungen vor", kritisiert Lisette van Vliet, Senior Policy Advisor der Health & Environment Alliance (HEAL).

EU-Kommission Pressemitteilung
EEB Pressemitteilung (en)