EEB: REACH-Review: „Zu wenig, zu spät“

Chemie & Nanotechnologie

Die EU-Kommission hat gestern, Dienstag, einen Bericht über die von der europäischen Chemikalienagentur ECHA durchgeführte Überprüfung der REACH-Verordnung veröffentlicht, welche zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von chemischen Stoffen dienen soll.

Der Verwendung von Chemikalien in Europa sei „erheblich sicherer geworden, seit die REACH-Verordnung in Kraft getreten ist. Durch leichteren Zugang zu Informationen über chemische Stoffe auf dem Markt und gezieltere Maßnahmen zum Risikomanagement sind die Risiken durch Stoffe, die im Rahmen von REACH erfasst sind, entscheidend gesunken“, so die EU-Kommission.

Das European Environmental Bureau (EEB) kritisiert die Ergebnisse dieses Berichts als „zu wenig, zu spät“. Der Bericht hätte schon vor acht Monaten publiziert werden sollen und die Überprüfung von fünf großen Problembereichen beinhalten sollen. Zwei dieser Bereiche wurden nicht einmal untersucht und bei den anderen drei Problembereichen gäbe es keinerlei Lösungsvorschläge, so die Kritik des EEB.

Auch die Funktionsweise der ECHA-Agentur sei nur sehr oberflächlich analysiert worden, so sei zum Beispiel nicht überprüft worden, ob ECHA bei der Erreichung der zentralen Ziele der REACH-Verordnung überhaupt Fortschritte machen würde. Auch die Transparenz und Unabhängigkeit der Agentur seien nicht überprüft worden, kritisiert das EEB.

Ebenso ist der Umgang mit chemischen Stoffen in Nanoform und nano-spezifische Regelungen in der REACH-Verordnung nach wie vor nicht enthalten.

EEB-Pressemitteilung: Reach Review: Too Little, Too Late
EU-Kommission Pressemitteilung
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