EESC: Zivilgesellschaft treibt Kreislaufwirtschaft in Europa voran
Lange bevor die Europäische Kommission ankündigte, ihren ersten Circular Economy Act im dritten Quartal 2026 vorzulegen, setzte sich die Zivilgesellschaft bereits intensiv dafür ein, die Kreislaufwirtschaft aus der Nische zu holen und als zentralen Ansatz für die Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern.
Aus diesem Grund widmete sich Matilda Meaney, die von Februar bis Juli 2026 ein Praktikum bei der Civil Society Organisations-Gruppe des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) absolvierte, ein Forschungsprojekt dem Einfluss der Zivilgesellschaft auf die Entwicklung der EU-Gesetzgebung zur Kreislaufwirtschaft.
Im Juni 2026 verabschiedete der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) eine Sondierungsstellungnahme zum geplanten Gesetz. Sie enthält konkrete Empfehlungen der Zivilgesellschaft und zeigt, wie eng politische Entwicklungen und Erfahrungen aus der Praxis inzwischen miteinander verbunden sind.
Langer Weg zur Kreislaufwirtschaft
Der politische Weg verlief dabei nicht ohne Rückschläge. Ein erstes Legislativpaket der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2014 wurde zurückgezogen und später durch eine umfassendere Initiative ersetzt. Zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Teile von Wirtschaft, Industrie und Abfallwirtschaft hielten dennoch an der Forderung nach ambitionierten Maßnahmen fest. 2015 folgte schließlich der erste EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft.
Circular Economy Act als neue Chance
Mehr als zehn Jahre später soll der Circular Economy Act nun Umweltpolitik und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam voranbringen. Der Handlungsbedarf bleibt groß: 2023 lag die Zirkularitätsrate Europas bei lediglich 11,8 Prozent, bis 2030 soll sie auf 24 Prozent steigen. Der neue Rechtsakt könnte einen wichtigen Beitrag leisten, diese Lücke zu schließen. Entscheidend wird dabei die Zusammenarbeit von Politik, Unternehmen, Arbeitnehmer und Zivilgesellschaft sein.