Einigung bei UN-Artenschutzkonferenz hing an einem seidenen Faden
Natur & Biodiversität
Die UN-Vertragsstaaten haben sich in Nagoya erst in letzter Minute auf ein Gesamtpaket zum Erhalt der biologischen Vielfalt einigen können – die EU hätte die Verhandlungen mit ihrer harten Haltung fast zum Scheitern gebracht.Bei der 10. UN-Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya haben über 190 Staaten Ende Oktober die verschiedensten Vorschläge zum Erhalt der Artenvielfalt auf der Erde diskutiert. Geeinigt haben sich die UN-Vertragsstaaten erst in letzter Minute. Europas starre Haltung bei der Biopiraterie hätte beinahe das Ende der Verhandlungen bedeutet. Erst in den letzten Stunden der Konferenz konnten sich die Staaten auf ein Protokoll gegen Biopiraterie - das sogenannte ABS-Protokoll - einigen und machten damit den Weg frei für das Nagoya-Gesamtpaket. Demnach sollen Länder, deren genetische oder biologische Ressourcen von ausländischen Unternehmen „ausgebeutet“ werden, künftig an der wirtschaftlichen Nutzung beteiligt werden. Im Gegenzug sollen nun 17 statt 13 Prozent der gesamten Landfläche und 10 statt bisher 1 Prozent der Meeresfläche unter Schutz gestellt weden. Weiters einigten sich die Vertragsstaaten auf 20 Punkte, die den Schutz von Ökosystemen regeln sollen. Die nächsten UN-Verhandlungen zum Schutz der Artenvielfalt sollen in zwei Jahren in Indien stattfinden.