Endokrine Disruptoren: NGOs drängen EU-Kommission zum Handeln

Chemie & Nanotechnologie

In einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Industriekommissar Antonio Tajani, Umweltkommissar Janez Potočnik sowie Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissar Tonio Borg haben 20 europäische Umwelt- und Gesundheitsorganisationen, darunter auch das European Environmental Bureau (EEB) die EU-Kommission aufgefordert, die Nutzung endokriner Disruptoren (EDC) einzuschränken.
Die NGOs appellierten an die Kommissare, die überwältigenden Beweise für die Gefährlichkeit von endokrin wirksamen Substanzen anzuerkennen und Maßnahmen zu ergreifen, die den aktuellen Wissensstand widerspiegeln und in der EU-Chemikalienpolitik verankern. Gesundheits- und Umweltschutz dürfe nicht länger durch die unverhältnismäßige Bevorzugung von Unternehmen durch die Politik untergraben werden, so die NGOs. In dem Brief fordern die Nichtregierungsorganisationen die Einführung umfassender und praktikabler Kriterien zur Identifizierung von EDC, eine robuste EU-Strategie über den Umgang mit EDC sowie die Nutzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Überprüfung endokriner Disruptoren im REACH-Zulassungsverfahren.
Auch im Rahmen der EU-2020-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum sei es notwendig Maßnahmen gegen endokrin wirksame Substanzen zu ergreifen, heißt es in dem Brief. So könne ein wesentlicher Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit, zu einer effizienteren Ressourcennutzung und zu einer sicheren und grünen Chemikalienpolitik geleistet werden.
Die EU-Kommission erarbeitet derzeit Kriterien zur besseren Identifizierung von EDC. Ende Juni will sie ein Packet mit verschiedenen Gesetzesinitiativen zu endokrinen Disruptoren vorstellen. [DNR, i.h.]

DNR: Endokrine Disruptoren: NGOs drängen EU-Kommission zum Handeln
NGOs: Offener Brief (PDF, engl.)