Energie aus Biomasse - Gefahr für die Umwelt?
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Ausbau von Biomasseplantagen erfordert laut Studie weltweite Koordination, um Schäden für die Umwelt zu minimieren.Energie aus Pflanzen kann bis zu 20 Prozent des weltweiten Bedarfs an Strom und Wärme im Jahr 2020 decken, davon rund die Hälfte aus Biomasseplantagen - dies aber nur um den Preis einer deutlichen Ausweitung der Anbauflächen zu Lasten der Natur. Die vom Menschen genutzte Landfläche würde sich je nach Szenario um zehn bis dreißig Prozent gegenüber dem heutigen Wert vergrößern, die nötige Bewässerung könnte sich im Extremfall verdoppeln. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Potsdam-Instituts for Klimafolgenforschung (PIK), die jetzt in der Fachzeitschrift GCB Bioenergy veröffentlicht wurde.
„Zahlreiche Studien zeigen, dass ohne Energie aus Biomasse ambitionierte Klimaschutzziele kaum erreichbar sind“, so PIK-Forschungsbereichsleiter Wolfgang Lucht in einer Pressemitteilung anläßlich der Veröffentlichung der Studie.
Die Erderwärmung auf zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, mit einem Ausstieg aus den fossilen Energien, erfordere unvermeidbar 20 Prozent Bioenergie, so Lucht. „Wieviel Energie zu welchen Umweltkosten erzeugt werden kann, ist daher eine wichtige und immer noch strittige Frage.“ Speziell zur Biomasseproduktion angelegte Plantagen mit schnell wachsenden Pflanzen könnten nach Einschätzung der WissenschafterInnen zukünftig eine besonders große Rolle spielen. Bestehende Studien zu deren Potenzial seien jedoch „vielfach zu optimistisch“ und vernachlässigten die Umweltkosten, sagt Lucht. Oft werde davon ausgegangen, dass Produktivitätssteigerungen der Bauern so stark ausfallen könnten, dass bedeutende Ackerflächen für den Anbau von Energiepflanzen frei würden. Dies vernachlässige aber, dass der Nahrungsbedarf wachse – und zugleich beispielsweise Wasserknappheit vielerorts intensive Landwirtschaft erschwere.
Die Umwandlung der Flächen trägt nach Einschätzung der PIK-ForscherInnen nur dann zur Energiesicherheit und ländlichen Entwicklung bei, wenn sie international koordiniert und regional angepasst wird. Nützlich sein könnte hierbei eine Zertifizierung von Biomasseproduktion. Vor allem auch die verstärkte Nutzung landwirtschaftlicher Abfälle als Biomasse anstelle von eigens angebauten Pflanzen könnte ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit sein.
PIK Presseaussendung
Artikel (kostenpflichtig, en): Bioenergy production potential of global biomass plantations under environmental and agricultural constraints.