Energiearmut: EU-Kommission startet Beobachtungsstelle
1. Feb 18
Mit einem Event am Montag (29. Jänner) in Brüssel machte sich die neue Beobachtungsstelle für Energiearmut an die Arbeit. Ziel der „EU Energy Poverty Observatory“ (EPOV) ist es, vergleichbare und konkrete Daten sowie Erfahrungen und Beobachtungen zum Thema zu sammeln, um einen fruchtbaren Austausch zwischen den AkteurInnen innerhalb der EU zu ermöglichen. Die Gründung der Beobachtungstelle steht im Zusammenhang mit dem Gesetzespaket für Saubere Energie („Clean Energy Package“) und wird umgesetzt von 13 Organisationen unter der Koordination der Universität Manchester.
Mehr als 50 Millionen Haushalte in der EU haben Probleme, angemessen zu heizen, ihre Nebenkosten zu bezahlen und in Wohnungen ohne Feuchtigkeit oder Schimmel zu leben. Auch in Österreich waren laut einer Studie der Regulierungsbehörde für Strom- und Gaswirtschaft, E-Control, im Jahr 2014 3,1 Prozent und damit 117.000 Haushalte in Österreich energiearm. Gefährdet sind vor allem Haushalte, deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle liegen. Während ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich laut Statistik Austria 4,6 Prozent seines Einkommens für Heizkosten, Warmwasser, kochen und Licht ausgibt, seien es bei energiearmen Haushalten mit 22,8 Prozent mehr als viermal so viel.
Kommissions-Vizepräsident für die Energieunion Maroš Šefčovič plädierte in seiner Rede in Brüssel dafür, die Augen nicht vor diesem Problem zu verschließen. „Energiearmut ist ein sichtbares Problem der Europäischen Union und das nicht nur in den ärmeren, sondern auch in den reicheren Ländern der EU. Sie kann nicht weiter ignoriert werden, da sie in engem Zusammenhang mit sozialer Ausgrenzung, Gesundheit und der Integration der Ländern steht.“
Launch of the EU Energy Poverty Observatory (EPOV)
Vice-President Šefčovič at the launch of the EU Energy Poverty Observatory