Energiearmut in Südosteuropa: Heizen und Kochen mit Holz gefährdet Umwelt und Gesundheit

Klima & Energie

Steigende Energiepreise treiben die Nutzung von Holz zum Heizen und Kochen im südöstlichen Europa auf ein bedenkliches Niveau.

Aufgrund explodierender Energiepreise müssen immer mehr Menschen in Südosteuropa ihren Energiebedarf mit Holz decken, warnt Stefan Bouzarovski, Dozent für Humangeographie an der Universität Birmingham in Großbritannien.
Mehr als die Hälfte der Menschen in Südosteuropa nutzen Holz und Braunkohle zum Heizen und Kochen. Dies kann zu chronischen Krankheiten führen, da die wenigsten Haushalte, die mit Holz heizen, eine adäquate Belüftung haben.

Auch die Umwelt leidet unter der verstärkten Nutzung von Holz, der damit verbundenen Entwaldung und den steigenden CO2-Emissionen. Außerdem kommt es bereits zu gewalttätigen Konflikten zwischen WaldbesitzerInnen und WildererInnen.
Die Situation könnte sich noch weiter zuspitzen, da die Energiepreise in der Region weiter steigen sollen, warnt Bouzarovski.
Betroffen sind nicht nur die Westbalkanstaaten, sondern auch die EU-Mitgliedstaaten Bulgarien und Rumänien, so Bouzarovski weiter. Es fehle ein geeignetes EU-Programm für die Bekämpfung der Energiearmut.

Ein Bericht der Vereinten Nationen mit dem Titel „In der Vergangenheit gefangen: Energie, Umwelt und Armut in Serbien und Montenegro“ beschäftigt sich ebenfalls mit der Thematik.

Weitere Informationen
UNDP-Bericht „Stuck in the Past: Energy, Environment and Poverty in Serbia and Montenegro“ (en)