Energieunion: Stromverbund zwischen Frankreich und Spanien fertiggestellt
Energie
Zwischen Spanien und Frankreich wurde die Errichtung einer Stromtrasse fertiggestellt, die als wichtiges Puzzleteilchen in der Errichtung der Energieunion gilt.Die Stromtrasse verbindet die Städte Baixàs in der Region Rosellón (Frankreich) mit Santa Llogaia in Alto Ampurdán (Spanien). Sie erstreckt sich über eine Länge von 64,5 km – 33,5 km davon verlaufen durch Frankreich und 31 km durch Spanien. Für die Querung des Albera-Massivs in den Pyrenäen wurde ein 8,5 km langer Tunnel gebaut. Die übrige Trasse verläuft unterirdisch. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 700 Millionen Euro, wovon die EU im Rahmen des Europäischen Energieprogramms zur Konjunkturbelebung 255 Millionen Euro beisteuerte. Die EU unterstützte die technischen Studien, die Auftragsvergabe für das Material sowie die Bauarbeiten für die Leitungen, das Umspannwerk und den Tunnel.
Mit dieser Stromtrasse, einem europäischen Projekt von gemeinsamem Interesse, wird die Kapazität des zwischen Frankreich und Spanien bereits bestehenden Stromverbunds von 1400 Megawatt auf 2800 Megawatt verdoppelt. Zudem wird das Stromnetz der iberischen Halbinsel an andere Energiemärkte in Europa angebunden. Das Projekt wurde mit 255 Mio. EUR von der EU im Rahmen des Europäischen Energieprogramms zur Konjunkturbelebung gefördert.
Im Oktober 2014 hatte der Europäische Rat alle Mitgliedstaaten aufgefordert, bis 2020 den Verbund von mindestens 10 % ihrer installierten Stromerzeugungskapazität zu erreichen. Dies bedeutet, dass jeder Mitgliedstaat seine Stromleitungen so auslegen sollte, dass mindestens 10 % des in seinen eigenen Kraftwerken erzeugten Stroms grenzüberschreitend in Nachbarländer weitergeleitet werden kann. Bislang deckte die Kapazität des Stromverbunds zwischen Frankreich und Spanien nur 3 % der Nachfragespitzen auf der iberischen Halbinsel. Die extrem niedrige Verbundkapazität war ein entscheidendes Hindernis für die Schaffung eines regionalen Strommarkts im Südwesten Europas und hinderte die Energieunternehmen auf der iberischen Halbinsel daran, sich am EU-Energiebinnenmarkt zu beteiligen.