Enormes CO2-Einsparungspotential wird nicht genutzt - EU-Verhandlungen zu Kesselwirkungsgraden ziehen sich schon über drei Jahre hin
Klima & Energie
Die Europäische Kommission hat die Festlegung von geplanten Standards für die Energieeffizienz von Zentralheizungskesseln, die in Haushalten gebräuchlich sind, weiter aufgeschoben.Seit 2007 führt die Europäische Kommission nun schon Diskussionen über die Festlegung von Energieeffizienzstandards für Zentralheizungskessel. Die Entscheidung wurde nun wieder verschoben und soll erst im Jänner 2011 fallen. Wie wichtig eine baldige Einigung wäre, lässt sich daran erkennen, dass allein die mit Gas und Öl befeuerten Heizkessel für zirka 17% der europäischen CO2-Emissionen verantwortlich sind. Hier gibt es also noch enormes CO2-Einsparungspotential. „Nur den aktuellen Bestand von alten Kesseln mit neuen, modernen Kesseln zu ersetzen, würde es der EU erlauben, ihr Ziel für 2020 zu erreichen“, so Udo Wasser von der European Heating Industry Association (EHI). Diverse NGOs fordern schon seit längerem, dass strengere Kesselstandards eingeführt werden. Die NGOs argumentieren, es sei besser, eine anfänglich eventuell mangelhafte Gesetzgebung zu haben und diese dann durch stetige Überprüfung zu verbessern, als dieses CO2-Einsparungspotential verstreichen zu lassen.
Ein wesentlicher Streitpunkt ist die Form der Kennzeichnung. Die Kommission möchte die Kessel mit einer Skala von A-G bewerten. Die Industrie kritisiert, dass das gleiche Kennzeichnungsschema für Kessel, die mit unterschiedlichen Energiequellen betrieben werden, gilt. Demnach müssten Gaskessel nicht wirklich effizienter werden, da sie im Vergleich zu Ölkessel viel effizienter arbeiten. Die Kommission will außerdem, dass nur Kessel, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, mit der höchsten Kategorie „A“ ausgezeichnet werden.
Artikel auf EurActiv.com (en)
EU-Warmwassergesetzgebung
Association of the European Heating Industry (EHI) (en)