EU-Agrarpolitik – Ökonomen sprechen sich für radikale Reform aus

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Führende Agrarökonomen fordern grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik und empfehlen fünf Leitprinzipien für die Zukunft.

Eine Gruppe führender europäischer AgrarökonomInnen fordert in einer Deklaration zu einer grundlegenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union auf. Nach Meinung der ExpertInnen soll die künftige EU-Agrarpolitik mehr dem öffentlichen Interesse dienen. „Die Gemeinsame Agrarpolitik versagt darin, wichtige gesellschaftliche Ziele zu erreichen“, so die ÖkonomInnen. Kern der Deklaration sind fünf Leitprinzipen, an denen sich eine künftige EU-Agrarpolitik orientieren soll. Demnach soll die Bereitstellung öffentlicher Güter stärker subventioniert und die nachhaltige Landnutzung als Hauptziel verankert werden. Staatliche Eingriffe sollen minimiert werden. Weiters soll die globale Ernährungssicherheit stärker berücksichtigt werden und auf EU-Ebene nur das geplant werden, was sich auf nationaler Ebene nicht billiger und einfacher umsetzen lässt. Nach Ansicht der WissenschafterInnen lassen aber weder die Kommission und das Europaparlament noch die großen Agrarstaaten Deutschland und Frankreich echten Reformwillen erkennen. Man beuge sich der Agrarlobby und wolle den heutigen Zustand bewahren, so das Fazit der UnterzeichnerInnen.

Deklaration (en)