EU-Bericht: Zustand der Natur – Schutzmaßnahmen brauchen bessere Umsetzung
Natur & Biodiversität
Die Mehrheit der Vogelarten ist in einem guten Zustand und viele Tier- und Pflanzenarten erholen sich. Allerdings sind noch größere Anstrengungen nötig, um den Zustand von Europas Natur maßgeblich zu verbessern. Das geht aus dem im Mai 2015 veröffentlichten Bericht zum Zustand der Natur der EU-Kommission hervor.Laut Bericht haben mehr als die Hälfte der Vogelarten einen sicheren Schutzstatus. Fast ein Viertel der anderen Arten, die unter der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt sind, entwickeln sich positiv. 60 Prozent hingegen entwickeln sich negativ. Habitate weisen insgesamt einen schlechteren Schutzstandard auf als Arten - nur bei 16 Prozent wurde der Schutzstatus positiv bewertet. Die höchste Bedrohung für Lebensräume geht laut Bericht von durch Menschen verursachten Veränderungen der Gebiete aus, wie beispielsweise landwirtschaftlichen Nutzungspraktiken.
Umweltverbände sehen in dem Report den Beweis, dass Schutzmaßnahmen erfolgreich sind, wenn sie ambitioniert umgesetzt werden, und kritisieren vor allem deren mangelhafte Durchführung. "Der Bericht zeigt einmal mehr, dass Umweltgesetzgebung funktioniert, wenn sie ernsthaft umgesetzt wird, und dass sie mehr denn je gebraucht wird", sagte Pieter de Pous vom European Environmental Bureau (EEB).
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rief EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf, die Bemühungen zum Schutz der biologischen Vielfalt in Europa zu intensivieren. "Um Lebensqualität, natürliche Ressourcen und Artenvielfalt wirksam zu sichern, braucht es in Deutschland und in ganz Europa ein Sofortprogramm, das bis 2020 konkrete Artenschutzerfolge bewirkt", forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.
Der Bericht ist ein erster Teil der Prüfung der EU-Naturschutzrichtlinien der EU-Kommission. Derzeit läuft dazu auch eine Konsultation der Kommission. Diese hat von Juncker den Auftrag erhalten, im Zuge des REFIT-Programms die Wirksamkeit, Effizienz, Kohärenz und Relevanz der Vogelschutz- und FFH-Richtlinie für die EU-Mitgliedstaaten zu überprüfen und eventuell sogar zu verschmelzen. Deswegen startete vor Kurzem ein Bündnis aus 100 europäischen Umweltschutzverbänden eine Online-Kampagne unter dem Motto „NatureAlert“ zum Erhalt der Richtlinien. Auf der Website www.naturealert.eu können BürgerInnen Stimmen für einen starken Naturschutz in Europa abgeben. [ih, Quelle, DNR]
Quelle, DNR: Schutzmaßnahmen brauchen bessere Umsetzung
EU-Kommission Pressemitteilung
Stellungnahme EEB
Stellungnahme BUND
Nature Alert Kampagne