EU-Gesundheitspolitik unterläuft Arbeit zu Endokrinen Disruptoren
Chemie & Nanotechnologie
Das Pestizidaktionsnetzwerk (PAN Europe) hat Dokumente veröffentlicht, die zeigen, wie sich die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der EU-Kommission gegen die Erstellung eines Kriterienkataloges für hormonell wirksame Chemikalien gestellt hat.Die Arbeit dazu leitet seit 2010 die Generaldirektion Umwelt, ohne bisher einen finalen Katalog zu Endokrinen Disruptoren (EDC) herausgegeben zu haben. Ein Grund dafür könnten die Versuche der Generaldirektion Gesundheit (GD Sanco) sein, zu signalisieren, dass EDC keine starken gesundheitlichen und umweltschädlichen Auswirkungen hätten sowie die ökonomischen Folgen für die Industrie zu hoch seien.
Zusammen mit den wirtschaftsfreundlichen Generaldirektionen Unternehmen und Handel forderte die GD Sanco eine ökonomische Folgenabschätzung von EDC, die die Gesetzgebung mindestens bis 2016 verzögert. Dies könnte auch die breite Unterstützung der EU-Kommission gefördert haben, Bestimmungen zu Chemikalien in die Verhandlungen um das Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) aufzunehmen. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat vergangenen Monat offiziell dagegen gestimmt, das Chemikalienregister REACH und seine Umsetzung in die Verhandlungen mit den USA aufzunehmen. Auch viele Umweltorganisationen fordern bereits seit Längerem die Kommission dazu auf, den Chemikalienbereich bei TTIP unangetastet zu lassen.
Aus Sicht des Aktionsnetzwerks PAN Europe hat die GD Sanco ihre Aufgabe die Gesundheit der EU-BürgerInnen zu schützen missachtet. [Quelle, DNR]
Quelle, DNR: EU-Gesundheitspolitik unterläuft Arbeit zu Endokrinen Disruptoren
PAN Europe Pressemitteilung (Englisch)
Hintergrundinformationen von PAN Europe (Englisch)
Aufruf der Umweltverbände (Englisch)