EU-Haushaltsverhandlungen: EEB, WWF und BirdLife fordern effektive Agrar-Subventionen
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Anlässlich der am Donnerstag in Brüssel beginnenden Verhandlungen zum EU-Haushalt 2014 bis 2020 warnen das European Environmental Bureau (EEB), die Naturschutzorganisation WWF und die Artenschutzorganisation BirdLife International vor einem finanziellen Kahlschlag bei den Geldern für die Ländliche Entwicklung.In einem Brief an Rats-Präsidenten Herman Van Rompuy weisen sie darauf hin, dass erneut überdurchschnittliche Kürzungen für Agrar-Programme zum Schutz der biologischen Diversität, für artgerechte Tierhaltung, nachhaltigen Tourismus und Bodenschutz geplant seien.
„Die bedingungslosen Direktzahlungen an Bauern sind einem anachronistischen Subventionsdenken geschuldet und nicht auf der Höhe der Zeit. Doch ausgerechnet die leistungsbezogene Förderung der Ländlichen Entwicklung droht zur Beute von Agrar-Lobbyisten zu werden“, warnt WWF-Referent Matthias Meißner in einer Pressemitteilung des WWF Deutschland. „Wir brauchen ein Greening der europäischen Landwirtschaft.“
Die EU müsse gerade angesichts der wirtschaftlichen Krise eine Landwirtschaft fördern, die natürliche Ressourcen verantwortungsvoll nutze und es damit der nächsten Generation von Bauern ermöglichen, ihre Familien und die Bevölkerung zu ernähren, so der WWF in seiner Pressemitteilung.
„Anstatt Gelder nach dem Gießkannen-Prinzip zu verschwenden soll die EU endlich zielgenauer und effektiver fördern“, sagt Meißner. Es gehe nicht darum, den Landwirten Gelder streitig zu machen. Vielmehr sei es das Ziel, eine zukunftsfähige und auf Nachhaltigkeit basierende Landwirtschaft zu realisieren. „Die Agrarlobby versucht derzeit hinter den Kulissen die Ökologisierung der Landwirtschaftspolitik zu verhindern und will einen Roll-Back in alte Zeiten“, warnt Meißner. „Wer die Greening-Maßnahmen als kostspielig abtue, gräbt ein tiefes Grab für die europäischen Bauern.“ Kürzungen bei den Agrar-Umweltprogrammen gelte es daher zu verhindern. Nur so seien die EU-Bauern dauerhaft wettbewerbsfähig.
Insgesamt soll der EU-Gesamthaushalt rund 970 Milliarden Euro betragen, berichtet der WWF. Davon entfällt nach derzeitigem Stand mit rund 350 Milliarden Euro der mit Abstand größte Posten auf den Agrarbereich. Nach dem aktuellen Vorschlag des EU-Ratspräsidenten soll die Ländliche Entwicklung über 13 Prozent weniger Mittel erhalten, als im laufenden Haushalt bereitgestellt.
Gemeinsamer Brief von EEB, WWF und BirdLife International an Herman Van Rompuy (en)
WWF Deutschland: Pressemitteilung