EU Klima- und Energieziele 2030: Jetzt wird es heiß in Brüssel
Energie, Klima & Energie
Vom 23. - 24. Oktober 2014 wird in Brüssel die nächste EU-Ratssitzung stattfinden, Österreich wird dabei von Bundeskanzler Werner Faymann vertreten. Im Rahmen der Sitzung werden die EU Klima- und Energieziele bis 2030 beschlossen. Treibhausgasemissionen und der Energieverbrauch müssen deutlich reduziert, Erneuerbare Energien ausgebaut werden – so weit sind sich Politik, Wirtschaft und Umweltorganisationen einig.Doch die Ambitionen der Mitgliedstaaten gehen dem WWF und fünf namhaften österreichischen Unternehmen der WWF Climate Group – Allianz, Pfanner, Erste Group, SPAR und gugler* – nicht weit genug. Sie fordern höhere Ziele und verbindliche Maßnahmen für jedes Mitgliedsland. Denn nur so bestehe „eine realistische Chance, die gemeinsame Emissionsreduktion von 95 Prozent aller EU-Staaten bis 2050 auch zu erreichen. Diese leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die globale Klimaerwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten“, schreibt der WWF in einer Pressemitteilung. Die 2007 gegründete Unternehmensplattform WWF Climate Group ist die größte private Klimaschutzinitiative Österreichs.
Die WWF Climate Group fordert eine Minderung der Treibhausgasemissionen von mindestens 55 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 und in diesem Zusammenhang auch eine Reform des derzeitigen europäischen Emissionshandelssystems, eine Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energieträger am Bruttoendenergieverbrauch auf 45 Prozent bis 2030, und eine Senkung des Endenergieverbrauchs um 40 Prozent bis 2030 gegenüber 2005.
Die Dringlichkeit ambitionierter und verbindlicher Klimaziele unterstreichen auch kürzlich veröffentlichte, renommierte Klimastudien, wie der „APCC Klimareport“ - der erste österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel - und der „Living Planet Report“ - der WWF Weltumweltbericht. Sie zeigen unter anderem, dass mehr als 50 Prozent des globalen ökologischen Fußabdrucks der Menschheit auf die Freisetzung von Kohlendioxid zurückgehen und dass der Klimawandel in Österreich schneller voranschreitet als im globalen Durschnitt.
Auch der Umweltdachverband, die IG Windkraft und das Umweltmanagement Austria forderten die Bundesregierung und Bundeskanzler Faymann auf, sich in der EU für verbindliche Ziele punkto Treibhausgasreduktion, Erneuerbare und Energieeffizienz einzusetzen.
Der entscheidende Punkt sei, dass Länder, die Atomkraft (UK, Ungarn, u. a.) und Kohle (Polen) forcieren, verbindliche Ziele für Erneuerbare ablehnen, um Atomenergie und Kohle noch auf Jahrzehnte fördern zu können.
"Die von der Kommission vorgeschlagenen Ziele werden uns nicht aus der aktuellen fossilen Sackgasse herausbringen. Die EU braucht drei verbindliche Ziele: 55 Prozent Treibhausgasreduktionen, mindestens 45 Prozent Erneuerbare und eine Energieeffizienzsteigerung auf 50 Prozent. Nur so ist die EU auf dem richtigen Klimaschutzpfad bis 2050 und auf Kurs zum 2-Grad-Ziel", so der Präsident des Umweltdachverbandes Gerhard Heilingbrunner.
Wie weit die Ziele der einzelnen Mitgliedstaaten derzeit noch auseinander liegen, zeigt eine Übersicht von EurActiv vom 17. Oktober. Vor allem Polen, Großbritannien und Zypern treten als große Bremser bei ambitionierten Klima- und Energiezielen auf.
WWF Pressemitteilung
EurActiv Pressemitteilung
OTS Pressemitteilung