EU-Kommission beschließt Neonicotinoid-Verbot
4. Mai 18
Der Einsatz dreier besonders insektenschädigender Pestizide im Freiland wird verboten, das beschloss der Fachausschuss der EU-Kommission letzte Woche. Die Mitglieder der Sektion Pflanzenschutzmittel des Ständigen Ausschusses über Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (PAFF) der EU-Kommission stimmten mehrheitlich für ein erweitertes Verbot der drei Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. In dem Ausschuss sitzen VertreterInnen aller 28 EU-Mitgliedstaaten. Österreich sowie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Schweden, Holland, Malta und Kroatien stimmten für das Verbot. Im Gewächshaus bleiben sie jedoch erlaubt.
Besonders betroffen durch das EU-Verbot sind die österreichischen RübenbäuerInnen. Ministerin Köstinger kündigte diesbezüglich einen Aktionsgipfel an, zu dem sie die Handelsketten, die Industrie, NGOs, die RübenbauerInnen und auch ExpertInnen der LKÖ einladen will. Gemeinsam soll ein Maßnahmenplan für den Erhalt des österreichischen Zuckers erarbeitet werden.
Dem Verbot gingen jahrelanger Einsatz vieler Umweltschutzorganisationen voraus. GLOBAL 2000 beispielsweise appellierte mit einer Petition an Österreichs Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), auf EU-Ebene für das Verbot zu stimmen. Dementsprechend freut sich GLOBAL 2000-Umwelt-Chemiker Helmut Burtscher-Schaden: „Fünfzehn Jahre lang hat sich GLOBAL 2000 mit den österreichischen ImkerInnen für ein Verbot dieser Bienengifte eingesetzt. Heute hat Europa für den Schutz von Biene, Hummel und Schmetterling gestimmt und damit das Kapitel der drei Neonicotinoide endgültig geschlossen. Damit aber die alten Gifte nicht durch neue ersetzt werden, brauchen wir einen Aktionsplan für eine bienenfreundliche Landwirschaft, die auch das wirtschaftliche Wohlergehen der LandwirtInen sichert. Gefordert sind Politik, Beratung, Handel und letztlich auch wir KonsumentInnen.“
Ähnlich wie GLOBAL 2000 begrüßen auch andere Umweltverbände zwar die Entscheidung des PAFF-Ausschussesder EU-Kommission, erinnern aber auch daran, dass noch mehr unternommen werden muss, um das dramatische Insektensterben zu beenden. „Für eine wirklich bienenfreundliche Landwirtschaft braucht es aber mehr als nur das Verbot einzelner Bienenkiller“, so Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsprecher bei Greenpeace in Österreich und verweist auf die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpoltik (GAP) und die Rolle Österreichs als Vorsitz der EU-Rats: „Ministerin Köstinger muss endlich Konzepte vorlegen, wie die europäische Agrarpolitik in Zukunft umweltfreundlich werden kann. In ihrer jetzigen Form bedroht sie nicht nur die Bienen, sondern die gesamte Artenvielfalt.“
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