EU-Kommission bestätigt: Phthalate sind hormonell wirksam

Chemie & Nanotechnologie

Weichmacher gelten nach der EU-Chemikalienregulierung REACH als besonders besorgniserregende Stoffe. Die EU-Kommission sowie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) wollen nun Phthalate auch als endokrine Disruptoren klassifizieren und setzen sich damit gegen eine Blockade der Einstufung durch eine politische Minderheit durch.

Es geht um die vier Phthalate DEHP, DBP, BBP und DIBP. Bereits im Dezember 2014 diskutierte die ECHA über die Klassifizierung dieser Stoffe, konnte sich jedoch nur auf die ökologisch schädliche Wirkung von DEHP einigen. Eine Minderheit sah die Einschränkung der Gefährlichkeit der Stoffe bereits über die Einordnung als besonders besorgniserregende Chemikalien abgedeckt. Dies will die Kommission nun ändern.

Zudem forderten UmweltparlamentarierInnen des EU-Parlaments in einer Resolution, dass die Kommission auch den Gebrauch von DEHP in recycelten Produkten wie in PVC Böden verbieten sollte. Sie befürchten extreme Gesundheitsbelastungen für ArbeiterInnen in diesem Bereich. Außerdem ließen sich die sozio-ökonomischen Gewinne des Recyclings nicht gegen die Gefahren des Stoffes aufwiegen.

Bei der nächsten Plenarsitzung des EU-Parlaments Ende November 2015 wird über die Verwendung von DEHP in recycelten Kunststoffprodukten abgestimmt. [Quelle, DNR]

Quelle, DNR: EU-Kommission bestätigt: Phthalate sind hormonell wirksam
Kommissionsentwurf zu Phthalaten (en)
Dokumente des Parlamentstreffens zu DEHP (en)