EU-Kommission fordert Sofortmaßnahmen zur Minimierung von KfZ-Emissionen

Verkehr & Luft & Industrie

Nachdem bekannt wurde, dass der Fahrzeughersteller Volkswagen eine Software als Abschalteinrichtung benutzt hat, um Emissionsnormen für bestimmte Luftschadstoffe zu umgehen, fordert die Europäische Kommission Sofortmaßnahmen, um die strikte Einhaltung der EU-Schadstoffemissionsnormen sicherzustellen.

Die Kommission fordert alle Mitgliedstaaten auf, vor Ort entsprechende Ermittlungen aufzunehmen und ihr die Ergebnisse mitzuteilen. Die Kommission will genau wissen, wie viele in der EU zugelassene Fahrzeuge mit einer Abschalteinrichtung ausgerüstet wurden, welche die Euro-5/Euro-6-Abgasverordnung 715/2007/EG ausdrücklich verbietet.

„Ein neues Prüfverfahren für Emissionen im praktischen Fahrbetrieb (Real Driving Emission – RDE) wird von Anfang 2016 an schrittweise eingeführt“, teil die EU-Kommission mit. „Es wird die gegenwärtigen Prüfungen im Labor ergänzen. Wir müssen uns aber noch darüber einigen, was zu tun ist, wenn die Ergebnisse der Prüfungen im Labor und im praktischen Fahrbetrieb erheblich voneinander abweichen.“
Kommissionsmitglied Bieńkowska hat den luxemburgischen Vorsitz der EU aufgefordert, dieses Thema auf die Tagesordnung des Rates (Wettbewerbsfähigkeit) am 1. Oktober zu setzen.

Auch der Umweltausschuss des EU-Parlaments fordert in einer Pressemitteilung die Einführung eines Prüfverfahrens für Emissionen im praktischen Fahrbetrieb. Außerdem sollen bis zum Jahr 2019 alle neuen Autos mit Messgeräten für den Verbrauch des Treibstoffes ausgestattet werden. Auch Messgeräte, die anzeigen, in welchem Gang man fährt und wie man schaltet, werden gefordert.

EU-Kommission Pressemitteilung
EU-Parlament Pressemitteilung (en)