EU-Kommission: Mischung von giftigen Stoffen in gentechnisch veränderten Sojabohnen müsste eigentlich untersucht werden
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis stellt in einem aktuellen Schreiben an den deutschen Konsumentenverein Testbiotech und an GeneWatch UK folgendes fest: „Es ist richtig, dass die Gesetze es erfordern, dass kumulative und synergistische Effekte von Pestiziden bewertet werden.“ Gleichzeitig behauptet Andriukaitis aber auch, so Testbiotech in einer Pressemitteilung, „dass es derzeit keine ausreichenden Methoden gebe, um die Risiken zu bewerten“.Der Brief der EU-Kommission sei die Antwort auf die Forderung der beiden Organisationen, die EU-Zulassung gentechnisch veränderter Sojabohnen zu stoppen, informiert Testbiotech. „Diese Sojabohnen können mit Glyphosat in Kombination mit Herbiziden wie Dicamba oder Isoxaflutol gespritzt werden.
Nach einem jüngst veröffentlichten Gutachten weisen Rückstände, die aus den kombinierten Anwendungen dieser Spritzmittel stammen, ein höheres Risiko auf, das Erbgut zu verändern und Vergiftungen der Leber sowie Tumore auszulösen, als die einzelnen Ausgangsstoffe. Sowohl Verbraucher als auch Nutztiere können der Kombination dieser giftigen Rückstände ausgesetzt sein. Es ist zu erwarten, dass diese auch in der Ernte der Gentechnik-Soja vorhanden sind, die in die EU importiert werden soll. Diese Risiken wurden jedoch bislang nicht untersucht. Nachdem die Mitgliedsländer bereits zweimal über die Zulassung abgestimmt haben, ohne dass es dabei zu eindeutigen Mehrheiten gekommen wäre, wird nun erwartet, dass die EU-Kommission die Gentechnik-Soja der Firmen Bayer und Monsanto demnächst zulassen wird“, kritisiert Testbiotech.
„Falls die EU-Kommission und die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA nicht in der Lage sind, die gesundheitlichen Risiken dieser giftigen Mischungen zu bewerten, muss die Marktzulassung gestoppt werden. Die EU-Richtlinien verlangen höchste Standards für den Schutz von Umwelt und Verbrauchern. Im Fall der gentechnisch veränderten Sojabohnen muss deswegen das Vorsorgeprinzip zur Geltung kommen, und die Zulassung muss gestoppt werden“, heißt es in der aktuellen Antwort von Testbiotech und GeneWatch UK an die EU-Kommission.
Testbiotech hat eine Online-Petition an Jean-Claude Juncker, den Präsidenten der EU-Kommission, gestartet, um die Zulassung der Gentechnik-Soja doch noch zu stoppen. In diesem Zusammenhang hofft Testbiotech auch auf Unterstützung durch den Umweltausschuss des EU-Parlaments, der am 21. Jänner 2016 über die Zulassung der Sojabohnen diskutieren wird.