EU-Kommission präsentiert neue Strategie im Kampf gegen den Verlust der Biodiversität

Natur & Biodiversität

Die Kommission hat am Dienstag eine neue Strategie vorgelegt, um in den nächsten zehn Jahren den Zustand der Biodiversität in Europa zu schützen und zu verbessern.

In Europa ist die Biodiversität stark gefährdet, und das Artensterben hat laut EU-Kommission ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht.
Diese Schädigung verursacht in der EU auch enorme sozioökonomische Verluste. So wird zum Beispiel der wirtschaftliche Wert der Insektenbestäubung in der EU, die stark zurückgegangen ist, von der Kommission auf schätzungsweise 15 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.
Hauptgründe für die Biodiversitätsverluste sind veränderte Landnutzung, Umweltverschmutzung, Ausbeutung von Ressourcen, die ungehinderte Ausbreitung nicht einheimischer Arten und der Klimawandel.

Derzeit verläuft weltweit das Artensterben, hauptsächlich aufgrund menschlicher Einwirkung, bis zu 1000-mal so schnell wie unter natürlichen Bedingungen. In der EU sind etwa 25 % der europäischen Tierarten, einschließlich Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Vögel und Schmetterlinge, vom Aussterben bedroht; außerdem sind 88 % der Fischbestände überfischt oder erheblich dezimiert.

Die neue Strategie umfasst sechs Ziele und Maßnahmen, unter anderem die vollständige Umsetzung der bestehenden Naturschutzvorschriften, die Erhaltung und den Schutz der Fischbestände der EU, oder die Bekämpfung invasiver Arten.

Die Strategie der EU-Kommission wird von UmweltschützerInnen jedoch als zu wenig ambitioniert kritisiert: „Bei Biodiversität geht es nicht nur um den Schutz seltener Pflanzen und Tiere; es geht auch darum, ein System zu schützen, das die Menschen zum Überleben brauchen” meint Sarolta Tripolszky, Biodiversity Policy Officer des Europäischen Umweltbüros (EEB).

EU-Presseaussendung (en)
Europäisches Umweltbüro Presseaussendung: New EU Biodiversity strategy lacks bite. (en, pdf)