EU-Kommission startet Aktionsplan zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels
Natur & Biodiversität
Die Europäische Kommission hat am 26. Februar 2016 einen EU-Aktionsplan angenommen, um innerhalb der EU gegen den illegalen Artenhandel vorzugehen und die Rolle der EU bei der weltweiten Bekämpfung dieser rechtswidrigen Geschäfte zu stärken.Der Aktionsplan soll „alle Instrumente der Diplomatie, des Handels und der Entwicklungszusammenarbeit“ mobilisieren, „um eine der mittlerweile profitabelsten kriminellen Tätigkeiten weltweit zu bekämpfen“, schreibt die EU-Kommission in einer Pressemitteilung.
„In den letzten Jahren hat der illegale Artenhandel dramatisch zugenommen. Jedes Jahr gelangen schätzungsweise 8-20 Milliarden Euro in die Hände organisierter krimineller Banden – ein Betrag in der Größenordnung des Drogen-, Menschen- oder Waffenhandels. Dies gefährdet nicht nur das Überleben einiger bekannter Arten, sondern fördert auch die Korruption, fordert Menschenleben und entzieht ärmeren Gemeinschaften dringend benötigte Einkommensquellen. Außerdem bedroht er die Sicherheit in Zentralafrika, wo Milizen und terroristische Gruppen ihre Aktivitäten zum Teil mit illegalem Artenhandel finanzieren.“
„Die EU ist Ziel-, Ursprungs- und Transitgebiet für den illegalen Handel mit gefährdeten Arten, der lebende und tote Exemplare wildlebender Tier- und Pflanzenarten, Teile davon und daraus hergestellte Produkte umfasst“, berichtet die EU-Kommission. „Im Jahr 2014 wurden mehr als 20.000 Elefanten und 1.200 Nashörner getötet; diese Populationen werden nach Jahren der Bestandserholung erneut dezimiert.“
Die EU als international größter Geldgeber unterstützt die Bestandserhaltungsmaßnahmen in Afrika im Zeitraum 2014-2020 mit insgesamt 700 Millionen Euro. Der Aktionsplan umfasst 32 Maßnahmen, die bis 2020 von der EU und ihren Mitgliedstaaten durchgeführt werden sollen. Dabei geht es um drei Schwerpunkte, und zwar um die Verhinderung des illegalen Handels sowie Reduzierung von Angebot an und Nachfrage nach illegalen Produkten aus wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, die Förderung der Umsetzung bestehender Vorschriften und wirksamere Bekämpfung des organisierten Verbrechens und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Ursprungs-, Zielmarkt- und Transitländern.
EU-Kommission Factsheet illegaler Artenhandel
EU-Kommission Pressemitteilung
Der Aktionsplan und das Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen (Englisch)