EU-Kommission versucht Glyphosat bei Wiederzulassung reinzuwaschen
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Die EU-Kommission will bereits Anfang März 2016 über die Wiederzulassung von Glyphosat abstimmen lassen, beichtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).Die Kommission „hat ihre Genehmigungsvorlage für die Wiederzulassung fertig geschrieben und an die EU-Mitgliedstaaten verteilt.“ Wie jetzt bekanntgeworden sei, so der BUND, „lässt die Kommission in ihrer Entscheidungsvorlage die Gefahren, die Glyphosat für die biologische Vielfalt birgt, komplett unter den Tisch fallen! Damit ist die Kommission noch dreister als die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA – die hatte zwar die Krebsgefahr, die von Glyphosat ausgeht, geleugnet, aber die Gefährdung der Umwelt anerkannt.“ Die Kommission und die EFSA würden die Krebsgefahren von Glyphosat abstreiten, so der BUND. Im März 2015 2015 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als "wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen" eingestuft.
Deutschland ist bei der Glyphosat-Wiederzulassung sogenanntes "Berichterstatter-Land", informiert der BUND, das heißt, das Land hat „für die gesamte EU die Prüfung des Wirkstoffs vorgenommen und die Ergebnisse dann an die EFSA übermittelt. Das dem Bundesumweltministerium unterstellte Umweltbundesamt hatte daher die Umweltgefahren ausführlich beschrieben. Deutschland muss jetzt darauf beharren, dass die Umweltgefahren bei der Wiederzulassung vermerkt werden und Mitgliedstaaten auf dieser Grundlage verpflichtet werden, Reduktionsziele und Anwendungsbeschränkungen zu erlassen.“
Der BUND hat eine Petition gestartet, mit der EU-BürgerInnen den deutschen Agrarminister Christian Schmidt und die deutsche Umweltministerin Hendricks auffordern können, sich für das endgültige Verbot von Glyphosat einzusetzen. Die Petition kann auf der Webseite des BUNDes unterschrieben werden.
Bund Pressemitteilung
Petition für das weitere Verbot von Glyphosat