EU-Kommission will Genmais zulassen – Österreich droht mit Anbauverbot
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
"19 EU-Mitgliedsstaaten, somit eine eindeutige Mehrheit, sprechen sich gegen die Zulassung von Genmais aus. Sollte die EU-Kommission den Problem-Mais trotzdem zulassen, werden wir auf nationaler Ebene handeln und ein Anbauverbot für diesen gen-manipulierten Mais verhängen", bekräftigte Gesundheitsminister Alois Stöger die österreichische Position zum Zulassungsantrag des genetisch veränderten Maisprodukts "1507" von Pioneer. Umweltminister Andrä Rupprechter sagt: "Der Erhalt eines gentechikfreien Anbaus in Österreich ist auch weiterhin unser erklärtes, vorrangiges Ziel."Nach der Abstimmung des Rates über die Anbauzulassung der gentechnisch veränderten Maissorte 1507 gestern, Dienstag, fordert Greenpeace die Europäische Kommission auf, die "historische Ablehnung" gegen den Gentech-Mais nicht zu ignorieren. Obwohl keine qualifizierte Mehrheit erreicht wurde, gab es eine deutliche Mehrheit der Mitgliedsstaaten und zwei Drittel der Abgeordneten des Europäischen Parlaments, die sich gegen die Genehmigung ausgesprochen haben. Das aktuelle Zulassungsverfahren ermöglicht aber der EU-Kommission, gentechnisch veränderte Pflanzen auch gegen die Position einer Mehrheit an Mitgliedsstaaten durchzusetzen und verschiedene negative Auswirkungen nur unzureichend zu berücksichtigen.
„Daher muss sich die österreichische Bundesregierung in Brüssel jetzt für eine Verbesserung des Zulassungsverfahrens für Gentechnik-Pflanzen einsetzen", fordert Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. Darüber hinaus gäbe es juristische Bedenken gegen das Vorgehen der Kommission beim Zulassungsverfahren der Maissorte 1507. Greenpeace warnt, dass eine Zulassung des Maises aufgrund von Verfahrensfehlern vermutlich illegal wäre.
Europäischer Rat Pressemitteilung
Lebensministerium Pressemitteilung
Greenpeace Pressemitteilung