EU-Lebensmittelbehörde gibt erstmals Interessenskonflikt zu
Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP)
Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat jetzt zum ersten Mal zugegeben, möglichen Interessenskonflikten ihrer Mitarbeiter nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet zu haben, berichtet die Internetplattform „Genfood? Nein Danke!“ mit Bezug auf ein Schreiben, dass die EFSA an den Ombudsmann der EU geschickt hat. Als Konsequenz seien jetzt die internen Richtlinien überarbeitet worden.Konkreter Anlass für den Brief sei ein Interessenskonflikt der Wissenschafterin Suzy Renckens gewesen, die von 2003 bis 2008 die Gentechnikabteilung der EFSA leitete und anschließend direkt als Lobbyistin zum Gentech-Konzern Syngenta wechselte. Auch die Mitarbeit des Wissenschafters Harry Kuiper, der fast zehn Jahre lang das Expertengremium für Gentechnik bei der EFSA leitete und gleichzeitig eng mit dem von der Gentechnikindustrie finanzierten International Life Science Institut (ILSI) zusammenarbeitete, wird von KonsumentenschützerInnen kritisiert, berichtet „Genfood? Nein Danke!“.
Die EU-Lebensmittelbehörde wird auch vom Haushaltsausschuss des Europäischen Parlaments scharf kritisiert, berichtet die Konsumentenschutzorganisation Coporate Europe Observatory (CEO). Der Parlamentsausschuss verweigerte der EFSA die Entlastung für das Budgetjahr 2010. Mehr als zwei Drittel der Ausschussmitglieder verweigerten der Behörde die Entlastung.
Die EFSA wurde unter anderem für die bestehenden Interessenskonflikte vom Parlament kritisiert, berichtet CEO. Die EFSA wurde angewiesen, die Verbindung ihrer Mitarbeiter zur ILSI als Interessenskonflikt zu bewerten. Die Behörde wurde außerdem angewiesen, bei der Beurteilung von Produkten nicht nur Studien der Lebensmittelindustrie heranzuziehen sondern auch Studien von unabhängigen Instituten.
Genfood? Nein Danke!: EFSA gibt erstmals Interessenskonflikt zu
Corporate Europe Observatory: EU Parliament cracks down on EFSA (en)
EFSA – Suzy Renckens Briefwechsel mit EU-Ombudsmann (pdf)