EU-Mitgliedstaaten investieren zu wenig in die Entwicklung alternativer Testmethoden für Tierversuche
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Die britische Tierschutzorganisation BUAV und die internationale Dachorganisation „The European Coalition to End Animal Experiments“ (ECEAE) üben starke Kritik an der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten: sie alle würden die Entwicklung von alternativen Methoden für Tierversuche vernachlässigen oder sogar ignorieren.Laut REACH-Verordnung müssen viele Chemikalien im Tierversuch getestet werden, Schätzungen zufolge werden bis zu 13 Millionen Tiere in Tierversuchen für die REACH-Registrierung sterben.
Die REACH-Verordnung setzt sich zwar offiziell die Entwicklung alternativer Methoden für Tierversuche zum Ziel, und auch die Richtlinie über Tierversuche (2010/63) verpflichtet sowohl die EU-Kommission als auch die Mitgliedstaaten gemeinsam zur Entwicklung von alternativen Testmethoden; die Tierschützer kritisieren jedoch, dass diese Ziele und Gesetze weder von der EU-Kommission noch von den Mitgliedstaaten ernst genommen und befolgt werden.
Das Forschungsbudget der EU-Kommission für 2010 hätte 6 Milliarden Euro betragen, die 27 Mitgliedstaaten der EU hätten allerdings im selben Jahr gemeinsam nur acht Millionen Euro für die Entwicklung von alternativen Testmethoden aufgewendet, kritisieren die NGOs.
Die Mitgliedsländer sind verpflichtet, der EU-Kommission Daten über die Höhe der Förderungen für die Entwicklung alternativer Testmethoden zur Verfügung zu stellen. Diese Daten seien der Kommission bereits zum 1. Juni 2010 übermittelt, aber erst jetzt veröffentlicht worden, kritisieren BUAV und ECEAE.
Laut Angaben der Tierschutzorganisationen konnte fast die Hälfte der Länder (13 Mitgliedstaaten) keine Angaben über Förderungen zur Entwicklung von alternativen Tierversuchsmethoden machen. Auch Österreich hat diesbezüglich keine Angaben gemacht.
4 Länder investierten jeweils weniger als 10.000 Euro, 2 Länder investierten Summen bis zu 100.000 Euro. Und nur acht Länder förderten die Entwicklung von alternativen Testmethoden mit Geldern in der Höhe von bis zu 1 Million Euro.
Insgesamt betrug die Fördersumme aller Mitgliedstaaten im Jahr 2010 nur knapp über 8,2 Millionen Euro.
Angaben über Fördergelder der einzelnen EU-Mitgliedstaaten (en)
Länderreport Österreich (en, pdf)
BUAV Pressemitteilung (en)
ECEA Pressemitteilung (en)