EU-Mitgliedstaaten uneins über zusätzliche Finanzmittel für milliardenschweren Atomreaktor ITER
Klima & Energie
Nachdem die Kosten des Fusionsreaktors ITER zur Energieerzeugung explodiert sind, suchen die EU-Staaten nach Möglichkeiten, um zusätzliches Geld für das Versuchsprojekt aufzubringen.Wie schon letzte Woche berichtet, muss die EU für das Forschungsprojekt ITER zusätzliche Finanzmittel aufbringen. Allein für 2012 und 2013 besteht eine Finanzierungslücke von rund 1,4 Milliarden Euro. Bei einem Treffen konnten sich die europäischen ForschungsministerInnen jedoch nicht einigen, woher dieses zusätzliche Geld kommen soll. Möglich wären Umschichtungen im EU-Haushalt oder zusätzlich Beiträge der EU-Mitgliedstaaten. Die Kosten des Forschungsprojektes für die EU-Mitgliedstaaten sind mittlerweile auf 7,2 Milliarden Euro gestiegen und sind damit mehr als doppelt so hoch wie zu Beginn angenommen. Trotz der massiven Finanzierungsschwierigkeiten dürfte die Kommission weiter an dem Projekt festhalten. Erstens stehe die Glaubwürdigkeit Europas auf dem Spiel und zweitens ist das ITER-Projekt Gegenstand einer internationalen Vereinbarung, die nur schwer aufzulösen sei, so ein hoher Beamter aus Brüssel.
Der ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) soll ab 2012 in Südfrankreich gebaut werden und zeigen, wie aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie erzeugt werden kann. Herkömmliche Atomkraftwerke gewinnen Energie aus der Spaltung von Atomkernen. Die Europäische Union ist mit Japan, Russland, der Volksrepublik China, Südkorea, Indien und den USA einer von sieben gleichberechtigten Partnern an diesem internationalen Forschungsprojekt.