EU: Nur geringe Fortschritte in der Gemeinsamen Fischereipolitik

Natur & Biodiversität

Fehlende Meldungen der Mitgliedstaaten über Fischereibestände haben Mitschuld an Überfischung.

Die EU-Kommission nahm gestern, Mittwoch, in einer Presseaussendung Stellung über die Fortschritte in der Gemeinsamen Fischereipolitik. Diese war in den letzten Wochen und Monaten von den EU-KonsumentInnen stark kritisiert worden.

Die bestehenden Fangquoten, die durch die EU-Gesetzgebung geregelt werden, seien mit Schuld daran, dass große Mengen an Fischen nach dem Fang sterbend wieder ins Meer geworfen werden. Diese Verschwendung sowie ganz allgemein die mangelnde Überwachung des Fischereisektors führte zu internationalen Prostestaktionen. Allein in Großbritannien unterzeichneten bisher mehr als 676.00 BürgerInnen eine Petition des Journalisten Hugh Fearnley Whittingstall, der mit der Aktion “Hugh’s Fish Fight” eine Kampagne gegen die Verschwendung im Fischfang startete.

Die jetzt von der EU-Kommission präsentierten Fortschritte und Lösungsansätze sind allerdings bescheiden. Die Fischfangquoten in EU-Gewässern sollen "allmählich" verringert werden, wobei sich die Kommission in ihren Empfehlungen auf wissenschaftliche Berichte über die Fischbestände stützen will.

Zur Zeit würde es allerdings für rund zwei Drittel der Fischarten noch keine wissenschaftlichen Gutachten über Höchstbestände geben. Die fehlenden Daten der Mitgliedstaaten seien Schuld daran. Fehlen Daten zu Fischbeständen, sollen in Zukunft die Fanquoten verringert werden.

Mit dieser Methode will die EU-Kommission gegen Mitgliedstaaten vorgehen, die ihrer Meldepflicht zu Fischbeständen nicht nachkommen. Fehlende Angaben zu Fängen, unvollständige Erhebungen oder mangelhafte Probenahmen würden keine wissenschaftlichen Studien erlauben, so die Kommission in ihre Pressemitteilung.

Die EU-BürgerInnen haben die Möglichkeit im Rahmen einer öffentlichen Konsultation, die noch bis zum 1. September läuft, über die Fangmöglichkeiten im Fischfang Stellung zu nehmen.

EU-Pressemitteilung
EU-Konsulation zu den Fangmöglichkeiten im Fischfang (en)