EU-Parlament fordert bessere Transportbedingungen für Tiere, schärfere Strafen
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
„Immer mehr Tiere in der EU werden unter Missachtung der geltenden Vorschriften transportiert. Deshalb müssen bestehende Regeln besser durchgesetzt, Kontrollen vermehrt und schärfere Strafen bei Verstößen eingeführt werden“, fordert das EU-Parlament in einer Entschließung, die während der Dezember-Plenarsitzung in Straßburg verabschiedet wurde. Zur Vermeidung übermäßig langer Fahrten zum Schlachthof sollte die EU außerdem die Nutzung lokaler Schlachthöfe unterstützen und eine Höchsttransportdauer von acht Stunden erwägen, fordern die Abgeordneten.Die Entschließung wurde mit 555 Stimmen verabschiedet, bei 56 Gegenstimmen und 34 Enthaltungen.
Die Anzahl der in der EU transportierten Tiere ist zwischen 2005 und 2009 deutlich angestiegen, beispielsweise um 70 Prozent bei Schweinen. Ein Drittel dieser Transporte dauerte acht Stunden oder länger, berichtet das EU-Parlament in einer Pressemitteilung.
„Um den andauernden Tierschutzproblemen beim Transport entgegenzuwirken, sollten die bestehenden Gemeinschaftsvorschriften wirksam und einheitlich durchgesetzt werden, fordern die Abgeordneten. Sie verlangen mehr Vor-Ort-Kontrollen, und dass die in den einzelnen Mitgliedstaaten vorgesehenen Sanktionen für Verstöße in der gesamten EU harmonisiert und abschreckender gestaltet werden sollten.“
Weiters sollen Maßnahmen zur Begrenzung der Transportzeit für Schlachttiere auf acht Stunden geprüft werden. Außerdem fordern sie eine Verbesserung der Transportbedingungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Methoden, auch beim Raumangebot und bei der Versorgung mit Wasser.
“Um Transporte über unnötig große Entfernungen zu vermeiden, sollte die EU darauf abzielen, die Schaffung kurzer, transparenter Versorgungsketten zu unterstützen und Maßnahmen zu ergreifen, um den Rückgang der Zahl kleiner lokaler Schlachthöfe aufzuhalten und die Verarbeitung vor Ort zu fördern“, verlangen die Abgeordneten.