EU-Parlament fordert Schutz vor endokrinen Disruptoren

Chemie & Nanotechnologie

Die EU-ParlamentarierInnen forderten auf ihrer letzten Plenartagung die Europäische Union dazu auf, die „Bürger vor "endokrinen Disruptoren" zu schützen, die im Verdacht stehen, Störungen des Hormonsystems auszulösen und in jüngster Zeit mit verschlechterter Spermienqualität, früherem Eintritt in die Pubertät, bestimmten Krebserkrankungen und anderen Störungen in Verbindung gebracht worden sind“.

In der Sitzung am 14. März 2013 wurde eine diesbezügliche nichtlegislative Entschließung verabschiedet. „Im Hinblick auf die Überarbeitung bis Juni 2015 der zurzeit geltenden Vorschriften sollten diese genau überprüft werden“, verlangen die ParlamentarierInnen. Die Entschließung wurde mit 489 Stimmen angenommen, es gab 102 Gegenstimmen und 19 Enthaltungen.

„In Anbetracht des Anstiegs hormonbezogener Störungen während der vergangenen 20 Jahre drängen die Abgeordneten darauf, stärker in die Forschung zu investieren. Sie fordern die Kommission auch dazu auf, Kriterien auf der Grundlage internationaler Normen vorzuschlagen, um endokrine Disruptoren zu definieren und zu bewerten.“ Die Abgeordneten betonen in ihrer Entschließung auch, „dass nach dem heutigen Stand der Wissenschaft keine ausreichende Handhabe besteht, um einen Grenzwert festzulegen, unterhalb dessen keine schädlichen Auswirkungen auftreten. Deshalb sollten hormonstörende Stoffe als "Stoffe ohne Schwellenkonzentration" gelten, sowie dass jede Exposition gegenüber solchen Stoffen ein Risiko mit sich bringen kann, sofern der Hersteller keine wissenschaftlichen Nachweise dafür erbringen kann, dass sich ein Schwellenwert ermitteln lässt.“

EU-Parlament Pressemitteilung