EU-Parlament: Ja zu Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Fracking-Prjekten

Energie, Wasser, Meere & Fischerei, Umweltrecht

Das Europäische Parlament hat am 9. Oktober 2013 vorgeschlagen, dass vor jedem Fracking-Projekt zwangsläufig eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden muss. Das soll explizit in die neue Umweltverträglichkeitsprüfungs-Richtlinie aufgenommen werden, fordern die Europa-Abgeordneten und schlagen zusätzlich Maßnahmen vor, um Interessenskonflikte auszuschließen. Die Öffentlichkeit soll umfassend informiert werden und über den Ablauf der Projekte auf den Laufenden gehalten werden.

Der Bericht des Rapporteurs Andrea Zanoni (ALDE, Italien) wurde in erster Lesung mit 332 Ja-Stimmen angenommen, 311 Abgeordnete stimmten dagegen, 14 enthielten sich.

Umweltschutzorganisationen begrüßen die Entscheidung des Parlaments, da künftig auch die Suche nach Öl- und Gasvorkommen im Meer einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden muss. Dabei werden Druckluftkanonen eingesetzt, die einen unvorstellbaren Lärm erzeugen und damit Wale, Delfine und andere Meerestiere gefährden.

„Öl-Konzerne betreiben mehr und mehr seismische Untersuchungen in Europas Meeren, was eine Gefahr für marine Lebewesen darstellt. Daher ist die heutige Entscheidung äußerst positiv," erklären Experten der internationalen Naturschutzorganisationen OceanCare, NDRC und IFAW.
 
Seit Jahren kämpfen Naturschützer darum, den Unterwasserlärm in den Weltmeeren zu reduzieren. Wie wichtig dies ist, zeigen jüngste Ereignisse im Mittelmeer, erklären die UmweltschützerInnen: „Gerade erst haben Griechenland und Kroatien weiträumige seismische Untersuchungen ihrer Küstengebiete zugelassen.“ Erst vor Kurzem wurden zwei neue wissenschaftliche Studien veröffentlicht, welche die schädlichen Auswirkungen intensiven Unterwasserlärms auf Meeresbewohner wie Wale, Delphine und sogar Schalentiere belegen.

EU-Parlament Pressemitteilung
OceanCare Pressemitteilung: EU-Parlament schützt Meeresbewohner vor Unterwasserlärm