EU-Parlament: Umweltausschuss stimmt für weniger Plastiksackerl
Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)
Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat sich am 10. März 2014 dafür ausgesprochen, den Verbrauch von Plastiksackerln in Europa bis 2019 um 80 Prozent zu senken.Um dieses Ziel zu erreichen, soll es künftig eine verpflichtende Abgabe auf Einwegsackerln geben. Die EU-Mitgliedsstaaten sollen außerdem die Möglichkeiten bekommen, verschiedene Arten von Plastiksackerln komplett zu verbieten.
Plastiksackerl, die zur Verpackung von frischen Lebensmitteln wie Fisch oder Käse dienen, sollen vorerst kostenlos bleiben. Diese seien wichtig, um die Lebensmittel hygienisch zu verpacken. Bis 2019 sollen aber auch diese abgeschafft und durch biologisch abbaubare Sackerl ersetzt werden.
Doch die sogenannten Bio-Sackerln bringen keine Vorteile. Sie werden aus Lebensmitteln, wie Mais und Kartoffeln hergestellt und führen so zur Verknappung der Agrarflächen. Das führt zu Übernutzung und damit häufig auch zur Versäuerung und Überdüngung der Böden. Auch die Entsorgung der Bio-Sackerl ist schwierig. Denn der Abbauprozess ist viel zu langsam, um ihn zu kompostieren. Gleichzeitig sind sie auch nicht recycelbar, da sie aus zu vielen Mischstoffen bestehen.
Irland hat schon erfolgreich vorgemacht, wie sich der Plastiksackerlverbrauch verringern lässt: Kunststoffsackerl kosten in Irland 44 Cent. Durch die Abgabe ist der Pro-Kopfverbrauch von 328 auf 18 Sackerl gesunken. Das EU-Parlament wird voraussichtlich im April über die Änderung der Richtlinie abstimmen.[ih, Quelle: DNR]
Quelle, DNR: Umweltausschuss stimmt für weniger Plastiktüten
Berichtsentwurf