EU-Parlament will Bienen und ImkerInnen schützen

8. März 18

"Perspektiven und Herausforderungen für den Bienenzuchtsektor in der EU" - so hieß der Initiativbericht, dem die EU-Abgeordneten letzten Donnerstag (1.3.2018) mit großer Mehrheit (560 gegen 27, 28 Enthaltungen) zustimmten. Die EU brauche eine wirksame, umfassende und langfristige EU-Strategie zur Verbesserung der Bienengesundheit, zur Bekämpfung der Bienensterblichkeit und zur Wiederaufstockung der Bienenbestände.

Die Abgeordneten fordern einen EU-weiten Aktionsplan zur Bekämpfung der Bienensterblichkeit sowie Zuchtprogramme zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber invasiven Arten wie die Varroamilbe, die asiatische Hornisse und die amerikanische Faulbrut. Es sollen innovative Medikamente für Bienen erforscht und ihre Verfügbarkeit erhöht werden. Alle wissenschaftlich bestätigten bienenschädlichen Pestizide, einschließlich Neonicotinoiden, sollen verboten werden. Des Weiteren müsse die EU das Budget für nationale Bienenzuchtprogramme um 50 Prozent aufstocken und im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2022 die ImkerInnen besser unterstützen.

Um sicherzustellen, dass importierter Honig den hohen EU-Standards entspricht, sollen die Kontrollen an den Grenzen und die Kontrollen im Binnenmarkt harmonisiert, alle importierten Honigsorten getestet und die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit verschärft werden, so die Abgeordneten. Sie fordern die EU-Kommission auf, wirksamere Verfahren zur Laboranalyse zu entwickeln und verlangen von den Mitgliedstaaten, Verstöße strenger zu bestrafen.

Rund 600.000 ImkerInnen in der EU produzieren jährlich etwa 250.000 Tonnen Honig und sind damit nach China der zweitgrößte Produzent der Welt. Die drei wichtigsten europäischen Honigerzeuger sind Rumänien, Spanien und Ungarn, gefolgt von Deutschland, Italien und Griechenland. Die EU importiert jährlich etwa 200.000 Tonnen Honig, hauptsächlich aus China, der Ukraine, Argentinien und Mexiko. Tests der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission haben ergeben, dass 20% der an den Außengrenzen der EU oder bei ImporteurInnen entnommenen Proben nicht den EU-Standards entsprachen.

 

EU-Parlament: Für eine langfristige EU-Strategie zum Schutz von Bienen und Imkern

DNR: EU-Parlament will Bienen und Imker schützen