Landwirtschaftsministerium zu den EU-Plänen zur Sojaproduktion

Konkret geht es um die Einstufung von Nutzpflanzen, die vielseitig genutzt werden können und deren Effekt auf die Lebensmittelproduktion. Damit würde der Sojaanbau in der EU pauschal mit Abholzung und Umweltbelastungen in Verbindung gebracht werden, obwohl es keine Belege für diese negativen Auswirkungen gibt. Österreich, als drittgrößter Sojaproduzent in der EU, lehnt diese Einstufung mit Nachdruck ab und hat sich dagegen ausgesprochen. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Die Sojaproduktion spielt für Europa und die EU-Landwirtschaft eine unverzichtbare Rolle. Sie liefert hochwertige Eiweißfuttermittel, stärkt die Lebensmittelversorgung und reduziert unsere Abhängigkeit von Importen. Gleichzeitig verbessert der Sojaanbau die natürliche Stickstoffanreicherung die Bodenqualität und reduziert den Bedarf an Düngemitteln. Die beabsichtigte Einstufung der EU-Kommission steht außerdem im Widerspruch zur angekündigten Eiweißstrategie und passt nicht mit den EU-Zielen hinsichtlich Ernährungssicherheit, Klimaschutz und erneuerbaren Energien zusammen.“

Sojaöl ist insbesondere ein wesentliches Nebenprodukt der Sojaverarbeitung und wird vor allem zur Herstellung von Biodiesel genutzt. Die vorgesehene Einstufung hätte weitreichende Folgen, denn Sojaöl dürfte durch diese Einstufung nicht mehr für die Herstellung von Biodiesel genutzt werden und würde als wichtige erneuerbare Energiequelle wegfallen. Die wirtschaftliche Verarbeitung von Sojabohnen funktioniert jedoch nur, wenn sowohl Sojaschrot als Futtermittel als auch Sojaöl vermarktet werden können.

Forderungen an die Europäischen Kommission sind die Einstufung von Soja neu zu bewerten, europäisches Soja gemessen an den hohen Standards differenziert zu behandeln, die Auswirkungen auf Landwirtschaft und Versorgungssicherheit genauer zu prüfen, und die Klima-, Umwelt-, Energie- und Agrarpolitik angemessen aufeinander abzustimmen.

Totschnig zu EU-Plänen: Sojaproduktion stärken statt einschränken