EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen verursacht vermehrte Emissionen von Karbondioxiden
Klima & Energie
Eine Studie des Insitute for European Environmental Policy (IEEP) zeigt auf, dass die Richtlinie wichtige Faktoren bei der Berechnung der Emissionen nicht berücksichtigt.Die EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen hat eigentlich zum Ziel, das Problem des Klimawandels zu bekämpfen. Die Mitgliedstaaten werden durch diese Richtlinie dazu verpflichtet, mindestens 10% der für den Verkehr verwendeten Treibstoffe aus erneurbaren Energien zu gewinnen und dadurch die Emissionen von Karbondioxiden zu verringern.
Jetzt zeigt sich, dass diese Richtlinie wichtige Faktoren bei der Berechnung der Emissionsmengen nicht berücksichtigt hat und dadurch zum Problem des Klimawandels beiträgt.
Die Strategien der Mitgliedsländer zur Gewinnung erneurbarer Energien für Treibstoffe werden erst im Detail entwickelt, aber schon jetzt ist absehbar, dass Biotreibstoffe primär aus Weizen, Raps und Zuckerrübe gewonnen werden sollen. Das bedeutet, dass große Flächen für den Anbau dieser Pflanzen verwendet werden müssen. Dieser sogenannte Indirect Land Use Change Impact (ILUC) und die EU-Richtlinie führen somit auch zu einem größeren Ausstoß an Karbondioxiden.
Laut Studie des IEEP müssen bis zu 6,9 Millionen Hektor Land zur Herstellung der Biotreibstoffe bereitgestellt werden. Das entspricht in etwa einer Fläche in der Größe von Belgien oder Irland. Durch den Anbau der Pflanzen werden laut Studie jährlich 27 - 56 Millionen Tonnen Karbondioxide ausgestossen, etwa so viel wie 12 - 26 Millionen zusätzliche Autos im Straßenverkehr verursachen.
IEEP - Weitere Informationen (en)
IEEP - Studie (en)
EU-Richtlinie 2009/28/EG vom 23. April 2009 (pdf)